Ermittlungserfolg

Berliner Polizei stellt 80 Kilogramm Heroin sicher

Bei dem Fund handelt es sich um die größte Menge, die in Berlin jemals aus dem Verkehr gezogen wurde. Zwei Männer sind in Haft.

Unter anderem wurde diese Reisetasche mit Heroinpäckchen gefunden

Unter anderem wurde diese Reisetasche mit Heroinpäckchen gefunden

Foto: Polizei Berlin

Nach langen und intensiven Ermittlungen haben Fahnder des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) 80 Kilogramm Heroin mit einem Straßenverkaufswert von drei Millionen Euro sichergestellt. Dabei handelt es sich nach Angaben eines Polizeisprechers um die größte Menge Heroin, die jemals von den Behörden in der Hauptstadt aus dem Verkehr gezogen wurde. Zugleich wurden zwei 36 und 23 Jahre alte Männer libanesischer Herkunft festgenommen. Die Männer hatten keine Chance. Gegen sie war wochenlang verdeckt ermittelt worden.

Der 36-Jährige soll als Drahtzieher im Drogenhandel den Transport des Heroins nach Berlin organisiert haben. Der 23-Jährige soll für die Lagerung und den Weiterverkauf in der Hauptstadt zuständig gewesen sein. Ein 46-jähriger Libanese, der ebenfalls an dem Drogengeschäft beteiligt gewesen sein soll, ist noch flüchtig, nach ihm wird gefahndet. Gegen die beiden Festgenommenen wurden inzwischen Haftbefehle erlassen.

Der erfolgreiche Schlag gegen den organisierten Drogenhandel in Berlin gelang den Fahndern bereits am Freitag vergangener Woche in Britz. Das Heroin befand sich in einem vor einem Hotel abgestellten Pkw, teils in Reisetaschen verstaut, teils gut getarnt und versteckt in den Hohlräumen von Kunststoffrollen. Zeitgleich wurde der 36-Jährige in dem Hotel festgenommen, sein mutmaßlicher 23-jähriger Komplize wenige Stunden später in dessen Wohnung in Neukölln. Der Einsatz seien zunächst nicht gemeldet worden, um sowohl die Suche nach dem dritten Komplizen als auch weitere noch andauernde Ermittlungen zu dem Verfahrenskomplex nicht zu gefährden, sagte der Polizeisprecher am Mittwoch.

Wegweiser zum nächsten Dealer im Internet

Nach Informationen der Berliner Morgenpost hatten die Drogenfahnder des LKA die drei Männer schon seit Langem im Visier. Vor einigen Wochen erhärtete sich der Verdacht gegen das Trio, daraufhin wurden die Ermittlungen intensiviert. Das LKA ließ die Verdächtigen von Spezialisten des Mobilen Einsatzkommandos rund um die Uhr observieren, die Staatsanwaltschaft erwirkte gleichzeitig einen richterlichen Beschluss, um die Telefonate der Männer abhören zu können.

Von dem Moment an agierten die mutmaßlichen Drogendealer, ohne es zu ahnen, quasi vor den Augen von Polizei und Justiz. Schon bald erfuhren die Fahnder auf diese Weise von der bevorstehenden Ankunft einer großen Drogenmenge in Berlin und warteten geduldig. Bis sie schließlich am Freitag vergangener Woche zuschlugen.

Die sichergestellte Menge hätte, wäre sie auf den Markt gelangt, ausgereicht, um den Wochenbedarf von etwa 300 Heroinabhängigen in Berlin zu decken. Verkauft werden die Drogen nach wie vor hauptsächlich in den Bahnhöfen und Zügen der U-Bahnlinien sechs, sieben und neun. Harte Drogen wie Heroin gibt es darüber hinaus vor allem am Kottbusser Tor und in der Gegend rund um die Revaler Straße und dem RAW-Gelände. Und im Internet findet sich gar ein "Wegweiser" zum nächsten Dealer, aufgemacht in Form eines BVG-Streckenplans.

Die bislang größten Heroinfunde in Berlin gelangen der Polizei 2009 mit 55 und 2014 mit 28 Kilogramm.

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