Forschung zum Anfassen

Reise in die Zukunft bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Staunen und experimentieren: Am Sonnabend laden 70 Forschungseinrichtungen in Berlin zu fast 2000 Veranstaltungen ein.

Willkommen auf dem Holodeck: Thomas Jung führt einen Raum vor, in den dreidimensionale virtuelle Bilderwelten projiziert werden können

Willkommen auf dem Holodeck: Thomas Jung führt einen Raum vor, in den dreidimensionale virtuelle Bilderwelten projiziert werden können

Foto: Krauthoefer

Es ist wie eine Reise in die Zukunft: Thomas Jung von der Hochschule für Technik und Wirtschaft gibt Star-Trek-Freunden die Hoffnung, sich eines Tages in einer programmierbaren Wunschwelt bewegen zu können, ohne dabei das Haus verlassen zu müssen. Die Vorstufe dazu existiere schon, versichert der Professor des Studiengangs Angewandte Informatik: die CAVE (Cave Automatic Virtual Environment). Das ist ein Raum, an dessen Wände dreidimensionale virtuelle Bilderwelten projiziert werden. Forscher und Planer nutzen die Technik, um Räume darzustellen, die unerreichbar sind – weil vergangen, erst zukünftig, zu klein oder zu gefährlich zum Begehen. Zu besichtigen ist die CAVE bei der Langen Nacht der Wissenschaften auf Route 2. Es ist nur eines von insgesamt fast 2000 Experimenten, Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen.

Die Bandbreite der Themen, die an Standorten in Berlin und Potsdam und auf insgesamt 20 Routen gezeigt werden, ist enorm. Sie reicht von der Medizin über Wirtschaftspsychologie und Astronomie bis zum Ingenieurwesen. Viele Veranstaltungen sind speziell für Kinder und Jugendliche. Zum Beispiel können Kinder an der Freien Universität Berlin und am Zuse-Institut an einer Rallye durch Physik, Mathematik, Informatik, Chemie teilnehmen und Preise gewinnen. Auch auf dem Kindercampus der Technischen Universität sind Kinder eingeladen, zu experimentieren und beispielsweise den Zuckergehalt von Lebensmitteln zu analysieren sowie das eigene Lungenvolumen zu bestimmen.

70 Institutionen: Zum 16. Mal findet die Lange Nacht der Wissenschaften statt. Im vergangenen Jahr kamen rund 28.000 Gäste. Viele der 70 teilnehmenden Forschungseinrichtungen setzen in diesem Jahr auf unmittelbar erlebbares „Sciencetainment“. Wobei der Begriff „Forschungseinrichtung“ nicht komplett abdeckt, wer alles teilnimmt. Neben der Freien Universität mit 393 Veranstaltungen, der Technischen Universität (357), der Humboldt-Universität (146) und der Charité (124) nehmen auch die Institute am Wissenschaftscampus Adlershof teil, dazu viele der kleineren Berliner Hochschulen sowie Oberstufenzentren, Wasserbetriebe, Telekom, Patentamt, Haus der Zukunft, Naturkundemuseum, Helios-Klinikum Buch, Fraunhofer-, Max-Planck-, Leibniz- und Helmholtz-Institute, die Stasiunterlagenbehörde und weitere.

Nicht zu vergessen: Das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“, das an der Ronnebypromenade am Wannsee (nahe S-Bahnhof Wannsee) angelegt hat und über Küsten und Hochsee, Fischerei und Seebeben informiert. Noch den ganzen Juni kann man hier auch virtuell durch ein Korallenriff tauchen.

Infos und Tickets: Die Veranstaltungen der Langen Nacht der Wissenschaften finden zwischen 17 und 24 Uhr statt. An vielen Einrichtungen gibt es ein Angebot an Speisen und Getränken. Hinweise zu den fast 2000 Veranstaltungen sind im Internet abrufbar und in einem Infoheft abgedruckt. Das Heft liegt kostenlos in den teilnehmenden Einrichtungen aus, außerdem in vielen Museen, öffentlichen Einrichtungen, Kinos der Yorck-Gruppe sowie bei BVG und S-Bahn.

Die Tickets kosten 14 Euro, ermäßigt neun Euro. Familien zahlen 27 Euro (max. fünf Personen, max. zwei Erwachsene, mind. ein Kind), Schüler in Gruppen sechs Euro. Wer sich erst ab 22 Uhr dazugesellt, bezahlt ebenfalls sechs Euro. Die Tickets gibt es am Abend vor Ort oder vorab an allen Fahrkartenautomaten und in Verkaufsstellen von BVG und S-Bahn Berlin, in der Berliner Urania und im Museumsschiff „MS Wissenschaft“, außerdem über den Ticketservice CTS Eventim (www.eventim.de, Tel. 01806/570 070, mit Aufpreis).

Anfahrt und Shuttlebusse: Die Tickets berechtigen zugleich zur Nutzung der Shuttlebusse zwischen den Einrichtungen und aller öffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg in den Tarifbereichen A, B und C (Berlin und Potsdam). Insgesamt bestehen 20 Shuttlebus-Linien. Einige der Linien sind zugleich normale Buslinien, andere werden extra eingerichtet und verkehren im 15- bis 30-Minutentakt.

Mehr zu den Routen und Veranstaltungen unter www.langenachtderwissenschaften.de