Malteser und Messe Berlin

Abwechlung zum Alltag: Frühlingsfest in Notunterkunft im ICC

In Zusammenarbeit veranstalteten die Malteser und Messe Berlin ein Fest in einer Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Kongresszentrum.

Olga Nowak und Stefanie Richter von den Maltesern organisierten den Aktionstag in der Notunterkunft im ICC

Olga Nowak und Stefanie Richter von den Maltesern organisierten den Aktionstag in der Notunterkunft im ICC

Foto: Buddy Bartelsen

Da, wo sonst nackte, grau-beige Wände die Wohnbereiche der Geflüchteten abtrennen, strahlen die frisch aufgetragenen Farben. In einer gemeinsamen Aktion veranstalteten die Messe Berlin und die Malteser in der Flüchtlingsunterkunft im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Charlottenburg am Dienstag ein Frühlingsfest.

Dieser Tag biete eine willkommene Abwechslung, sowohl für die Bewohner als auch für die ehrenamtlichen und festen Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, hieß es. Von der Messe Berlin beteiligten sich rund 70 Mitarbeiter an dem Aktionstag. Begonnen hatte das Frühlingsfest mit dem gemeinsamen Bemalen der Trennwände im Wohnbereich des ICC.

Zahl der ankommenden Flüchtlinge drastisch gesunken

Hier, im großen Saal des vor knapp zwei Jahren geschlossenen Kongresszentrums, leben 600 Menschen auf etwa 3500 Quadratmeter Fläche. Eine Herausforderung, nicht nur logistisch.

Am meisten Probleme bereite den Bewohnern und den Mitarbeitern die mangelnde Perspektive. „Es fehlt an Wohnungen, an Schul- und Kitaplätzen, an Ausbildungsmöglichkeiten“, sagte Matthias Nowak, Pressesprecher der Malteser.

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Zwar ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Berlin besonders seit Inkrafttreten des Flüchtlingspaktes mit der Türkei deutlich zurückgegangen, bestätigte auch die Sozialverwaltung. Im März erreichten 994 Asylbewerber Berlin, im April 904, bis Ende Mai waren es 628. Zum Vergleich: So viele Flüchtlinge wurden im Herbst 2015 an einem Tag in Berlin aufgenommen.

Der nervenzehrenden Routine etwas entgegensetzen

Nur eine kurze Verschnaufpause, davon ist Nowak überzeugt. Die alltäglichen Probleme in den voll belegten Heimen nähmen aber nicht ab: Behördengänge, Terminvereinbarungen – alles verbunden mit viel Warterei.

Dieser nervenzehrenden Routine versuche man etwas entgegenzusetzen, indem man den Bewohnern beispielsweise ein umfangreiches Integrationsprogramm biete, sagte Nowak. Darunter fallen auch Sportkurse, Deutschunterricht, die Betreuung für Kinder oder Konzerte. Und auch das Frühlingsfest an diesem Dienstag.

Am Nachmittag ging es mit Aktionen und Spielen wie Volleyball, Gesichterbemalen oder Eierlaufen im Außenbereich des ICC weiter. Auch professionelles Boxtraining wurde angeboten. Jack Culcay, deutscher Profiboxer und aktueller Interimsweltmeister der WBA im Halbmittelgewicht, schaute vorbei.