Umfrage

Mehrheit der Berliner fände grünen Bürgermeister gut

54 Prozent der Berliner können sich dies vorstellen. Berlins Grünen-Chefin Ramona Pop könnte dieses Amt übernehmen.

Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende der Grünen, im Berliner Abgeordnetenhaus.

Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende der Grünen, im Berliner Abgeordnetenhaus.

Foto: Amin Akhtar

2011 hat es deutlich nicht gereicht: Die erste Grüne-Spitzenkandidatin für die Berliner Senatsspitze, Renate Künast, landete auf Platz 3. Jetzt knapp vier Monate vor der nächsten Abgeordnetenhauswahl am 18. September kann sich laut einer Umfrage eine Mehrheit der befragten Berliner von 54 Prozent einen Regierenden Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin von den Grünen vorstellen.

33 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa Ende Mai repräsentativ Befragten fänden dies nicht gut, berichtet die „Berliner Zeitung“, in deren Auftrag die Befragung erfolgte. 11 Prozent der 1003 Befragten hatten keine Meinung.

Nach dem Wahldebakel von 2011 treten die Grünen im September nicht mit einem Spitzenkandidaten/in an, sondern als Viererteam aus den beiden Partei- und Fraktionsspitzen. Anspruch auf das Amt des Regierenden Bürgermeisters erhebt die Ökopartei nicht erneut. Doch landeten die Grünen in derselben Umfrage zum zweiten Mal in Folge vor der schwächelnden CDU auf Platz 2.

Wenn am nächsten Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre, gewänne die SPD mit 26 Prozent (- 1 Prozentpunkt zum April) die Wahl. Die Grünen kämen unverändert auf 20 Prozent, die CDU erreichte erneut nur 18 Prozent. Die Linke erzielte erneut 14 Prozent, die FDP müsste mit 5 Prozent (- 1 Punkt) um den Wiedereinzug ins Landesparlament bangen, die Piraten flögen mit 3 Prozent raus. Die rechtspopulistische AfD würde als Newcomer mit 8 Prozent (+ 1 Punkt) sicher einziehen.

Als Führungsfrau bei den Grünen gilt die langjährige Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop, die auf der Landesliste der Grüne auf Platz 1 nominiert wurde. Die 38-Jährige leitet seit Oktober 2009 die Grünen-Fraktion. In der Beliebtheitsskala der Berliner Politiker rückte Pop erstmals mit einem Wert von + 0,8 auf Platz 3 vor - hinter dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD/+ 1,3) und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD/+ 0,9).

Deshalb befragte die Zeitung erstmals die Berliner auch nach Eigenschaften der rumänischstämmigen Politikerin. Pop kennen Zweidrittel der Berliner (Müller: 95 Prozent Bekanntheitsgrad). Danach liegt die Grüne-Politikerin bei Kompetenz, Berlin-Kenntnis, Sympathie, Geradlinigkeit und Glaubwürdigkeit knapp hinter Müller, aber vor CDU-Spitzenkandidat und Innensenator Frank Henkel.

Bei den Kriterien „modern“ und „dynamisch“ hängt Pop beide rund 13 Jahre älteren Männer ab. Selbst beim Punkt „steht auf der Seite der kleinen Leute“ schlägt die Grüne den Sozialdemokraten Müller. Henkel liegt nur zweimal in Führung: Bei den Punkten „machtbewusst“ und „führungsstark“.

Henkel rutschte in der Sympathie-Skala erneut ab: Jetzt auf den drittletzten von 16 Plätzen. Mit einem Wert von 0 büßte der CDU-Spitzenkandidat noch mal 0,2 Punkte im Vergleich zum April ein. Unbeliebter als Henkel sind nur Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD/- 0,2) und Piraten-Fraktionschef Alexander Spies (- 0,6). Die beliebteste CDU-Politikerin ist Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer auf Platz 4 (+ 0,7). Sie kündigte bereits an, nach den Wahlen aufzuhören.