Berlin

Aus dem alten Kaufhaus wird „101 Neukölln“

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Emina Benalia

An der Karl-Marx-Straße entstehen Räume für Kreative

Wo heute Schnäppchenjäger die Regale durchsuchen, sollen spätestens Anfang 2019 junge und kreative Unternehmer sowie Kunstschaffende einziehen. Das ehemalige SinnLeffers-Kaufhaus an der Neuköllner Karl-Marx-Straße wird umgebaut, saniert und zu einem Zentrum, das sich „101 Neukölln“ nennt. Die Bauherren und der Bezirk reagieren damit auf den Trend, der Neukölln vom Pro­blembezirk zur kreativen Keimzelle gemacht hat.

Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), Robert Neumüller, Geschäftsführer der Investitionsfirma S Immo Germany, und Daniel Bormann, Chef des Architekturbüros Realace, haben am Mittwoch das Entwicklungskonzept für das Ensemble vorgestellt. Unter dem Namen „101 Neukölln“ entsteht auf einer Fläche von 22.000 Quadratmetern ein neues Co-working- und Kreativ-Areal. „Wir wollen hier radikal vorgehen. Wir wollen mit einer Betonschneidemaschine das Parkhaus zerschneiden“, sagte Robert Neumüller am Mittwoch und machte damit deutlich, wie viel sich an dem Standort ändern wird. Damit umschrieb er auch grob die Herangehensweise, mit der das Gebäude aus den 70er-Jahren „wiederbelebt“ werden soll. Heller, offener und interaktiver soll es werden. Dafür plant das Unternehmen eine Investition in Höhe von 30 Millionen Euro. Nach dem Entwicklungsplan sollen das Kaufhaus und die Hochgarage künftig zu einem Komplex verbunden werden.

Unterteilt ist das Areal in drei Bereiche: das Atrium, die Gartenfläche und die ehemalige Parkfläche. Im vorderen Teil des Gebäudes sollen laut Planung Einzelhandels- und Büroflächen angesiedelt werden. Durchbrüche in den einzelnen Etagen sowie der Einbau von Glaselementen im Dach sollen die erdrückende Atmosphäre auflockern und dem Atrium Tageslicht spenden.

Rund 1000 Unternehmen haben sich neu gegründet

Im mittleren Teil des Komplexes soll ein Garten entstehen, an den ein Gastronomiebereich grenzt. Dieser Teil soll künftig als Begegnungs- und Aufenthaltsort dienen. Auch hier wollen die Architekten Freiräume schaffen, indem sie die bestehende Gebäudesubstanz gezielt zurückschneiden. Die wohl umfangreichsten Änderungen finden im sechsgeschossigen Parkhaus zur Donaustraße hin statt. Hier sollen Maisonette-Büroräume entstehen, die durch die hellen, offenen Räume vor allem auf Unternehmen aus der Kreativwirtschaft und New Economy ausgerichtet sein werden.

„Über 1000 Kreativunternehmen haben sich in den letzten Jahren im Norden Neuköllns gegründet“, sagte Franziska Giffey. Das Ziel sei es, durch Verbesserung von wirtschaftlichen und sozialen Strukturen die Menschen auch langfristig an den Bezirk zu binden, so die Bezirksbürgermeisterin weiter. Rund eineinhalb Jahre sind für die Umbaumaßnahmen des ehemaligen Kaufhauses zum „101 Neukölln“ geplant. Der Baubeginn ist für Mitte 2017 angesetzt.