Call a Bike

Ein Kilometer auf Leihrad - Rechnung über 2385 Euro erhalten

Teure Tour auf einem Leihfahrrad: Ein Berliner sollte für eine Fahrt 2385 Euro zahlen. Normalerweise kostet ihn die Strecke einen Euro.

Tri Nguyen leiht sich häufiger ein Rad bei "Call a Bike". Praktisch ist der Leihservice der Deutschen Bahn - ein Anruf und das Rad ist geliehen. Für die Strecke von der Bernauer Straße zur Kita seiner Tochter zahlt Nguyen normalerweise genau einen Euro. Erschwinglich.

Das zumindest dachte der 36-Jährige bis zum vergangenen Februar. Als er dann eines Morgens den Stand seines Kontos checkte, lauerte eine böse Überraschung. 2385 Euro hatte ihm das Unternehmen als Leihgebühr berechnet - für eine Ausleihe von August bis Februar.

"Ich habe dann sofort dort angerufen und gefragt wie das sein kann", erklärt der 36-Jährige. "An der Hotline der DB Rent erkannte man, dass es sich um einen Fehler handeln muss." Nguyen hatte bei seiner Ausleihe nämlich zunächst ein offenbar defektes Fahrrad ausgeliehen. Das merkte er, stornierte die Buchung sofort und nahm ein anderes Rad.

Und noch ein Fehler

"Das mit der Stornierung muss aber irgendwie schief gelaufen sein", erklärt der Berliner. "Ich verstehe auch nicht, dass deren System nicht anzeigt, wenn jemand so dermaßen lange ein Rad ausleiht. Das ist doch logisch, dass es sich um einen Fehler handelt". Schließlich könne man sich von diesem Betrag eine Menge Fahrräder selber kaufen.

Die Mitarbeiterin am Telefon sagte dem Media-Berater schließlich, dass er die Forderung ignorieren könne. Nguyens Bank buchte das Geld zurück. Doch wenige Zeit später schon flatterte dem Leihfahrrad-Freund eine Mahnung ins Haus. Erneuter Anruf bei der DB Rent mit der Erklärung "wieder ein Fehler".

Tri Nguyen nimmt es gelassen und kann inzwischen über die Radpanne lachen. Auch wenn er sich eine bessere Kommunikation und vielleicht zumindest eine kleine Entschuldigung gewünscht hätte.