Lagerhalle in Lichtenberg

Feuerwehr muss immer noch im Dong Xuan Center löschen

Die ganze Nacht über hat die Feuerwehr weitere Glutnester gelöscht. Im Asia-Großmarkt nebenan werden die Geschäfte wieder aufgenommen.

Der Eingang zum Dong Xuan Center am Donnerstagmorgen. Noch immer sind viele Einsatzkräfte vor Ort.

Der Eingang zum Dong Xuan Center am Donnerstagmorgen. Noch immer sind viele Einsatzkräfte vor Ort.

Foto: Steffen Pletl

Teile des Dachs sind eingestürzt, Eisenträger wurden durch die große Hitze verbogen, Schaum bedeckt den Boden: Nach dem verheerenden Großbrand in einer Lagerhalle auf dem Gelände des Asia-Einkaufszentrums in Berlin-Lichtenberg rechnet die Feuerwehr noch bis in die Nacht mit dem Aufflackern kleinerer Brände. Auch am Donnerstag mussten immer wieder Glutnester bekämpft werden, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Betreiber, Versicherung und Bauaufsicht haben sich nach seinen Angaben am Vormittag auf einen Abriss der Halle geeinigt. Wann das geschehen soll, sei aber noch nicht entschieden. Auch ein Statiker müsse dem Plan noch zustimmen. Ein Teilabriss könne möglicherweise die weiteren Arbeiten erleichtern, sagte der Feuerwehrsprecher. Denn gelöscht werden kann nach wie vor nur von Außen. Vor Ort waren am Donnerstag noch zwischen 20 und 35 Feuerwehrleute - ein Teil von ihnen war aber auch damit beschäftigt, Schläuche von dem Großeinsatz am Mittwoch abzubauen.

Die Feuerwehr hatte in der Nacht das Gebäude weiter kontrolliert abbrennen lassen, aber auch immer wieder einzelne Glutnester von außen gelöscht.

Ein Betreten der rund 7000 Quadratmeter großen Halle auf dem Gelände des Dong-Xuan-Centers in der Herzbergstraße war dagegen weiter nicht möglich. Mehrere Kilometer Schlauch wurden zum Löschen verlegt, weil die Hydranten auf dem Gelände nicht funktionierten.

Wie Feuerwehrsprecher Bernd Bruckmoser der Berliner Morgenpost sagte, „ist aus allen Hydranten auf dem privaten Gelände kein Wasser gekommen“. Die Einsatzkräfte hätten Schlauchwagen nachordern müssen und über einen Kilometer hinweg eine Wasserversorgung aufbauen müssen.

„Dazwischen mussten immer wieder Pumpen eingebaut werden, um einen entsprechenden Wasserdruck zu gewährleisten“, sagte Bruckmoser. Warum die Hydranten nicht funktionierten, ist derzeit unklar. Auf öffentlichem Straßenland sind die Wasserbetriebe dafür zuständig, dass die Hydranten regelmäßig kontrolliert werden, und im Notfall auch wirklich Wasser liefern.

Auf privatem Gelände müsste es nach Meinung der Feuerwehr die Bauaufsicht tun. „ Wir sind jedenfalls nicht zuständig für die Funktionsprüfung“, sagte Feuerwehrsprecher Bernd Bruckmoser.

Fabian Peter, Referent des Lichtenberger Baustadtrates Winfried Nünthel (CDU), sagt zur Problematik der Hydranten: „Die Bauaufsicht des Bezirks prüft zum Zeitpunkt der Bauantragstellung und der Genehmigung, ob nach den Erfordernissen und Wünschen der Feuerwehr genügend Hydranten vorhanden sind.“ Danach werde durch die Bauaufsicht nicht mehr fortlaufend geprüft, ob diese auch funktionierten. „Das ist Sache des Betreibers“, sagte Peter auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

In der ausgebrannten Halle hatten unter anderem Händler aus dem Dong Xuan Center ihre Ware eingelagert. Manche von ihnen haben mit dem Feuer alles verloren. Der Vermieter der Halle will für die Händler nun erst einmal Ersatzflächen auf dem Areal finden.

Das Dong Xuan Center soll an diesem Donnerstag trotz des Brandes am Mittag wieder geöffnet werden. Von acht Hallen bleiben aber zwei wegen der Rauchschwaden geschlossen. Die Rauchwarnmeldungen hob die Polizei aber auf.

Entwarnung gab es immerhin für die Anwohner. Nach Angaben der Polizei sind bei dem Feuer und der kilometerweit sichtbaren Rauchwolke keine Giftstoffe in die Umwelt geraten. In der Halle waren laut Feuerwehr auch Chemikalien zur Herstellung von Nagellacken gelagert.

>>> Der Brand in der Lagerhalle als Großbildgalerie <<<

Zur Ursache des Feuers gab es am Donnerstagmorgen noch keine Erkenntnisse - möglicherweise haben Schweißarbeiten den Brand ausgelöst. Wann die Brandspezialisten der Polizei das Gebäude betreten und ihre Untersuchungen beginnen können, ist noch unklar.

Video: Lagerhalle in Lichtenberg steht in Flammen
Video: Lagerhalle in Lichtenberg steht in Flammen