Berlin-Trend

Berliner CDU auf Rekordtief – AfD klettert auf 15 Prozent

Im Berlin-Trend stürzt die Union auf 19 Prozent ab. Nur jeder Dritte ist mit der Arbeit des Berliner Senats zufrieden.

Vier Monate vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus ist die Regierungskoalition aus SPD und CDU von einer Mehrheit weiter entfernt denn je. Während die beiden klassischen Volksparteien zusammen nur noch 42 Prozent der Wähler hinter sich bringen, kommt die rechtspopulistische AfD nach dem Zugewinn von zwei Prozentpunkten mit 15 Prozent auf einen neuen Höchstwert.

Die SPD bleibt im Berlin-Trend der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau zwar stärkste Kraft, verharrt jedoch wie vor einem Monat bei 23 Prozent. Das ist der zweitschlechteste Wert für die Sozialdemokraten, die je von Infratest dimap im Berlin Trend gemessen wurde.

Die CDU sackte im Mai auf einen historischen Tiefststand ab. Nur noch 19 Prozent wollen derzeit am 18. September für den kleineren Regierungspartner votieren. Vor rund zwei Jahren hatten die Meinungsforscher die Union in Berlin noch mit fast 30 Prozent gemessen.

Hinter den Regierungsparteien reihen sich die Kräfte der Opposition ein. Die Grünen gewinnen einen Punkt hinzu und erreichen 18 Prozent. Unter den jungen Befragten zwischen 18 und 34 Jahren schneidet die Öko-Partei mit 25 Prozent am besten ab und liegt in dieser Altersgruppe vor allen anderen Parteien. Auch bei den Frauen kommen die Grünen überproportional gut an. Mit 22 Prozent liegt die Partei bei den Wählerinnen gleichauf mit der SPD bei 22 Prozent.

Die Linke behauptet sich bei 16 Prozent und verteidigt auch ihre starke Position im Ostteil der Stadt. Nur die SPD ist in den Ostbezirken mit 23 Prozent knapp stärker als die Sozialisten, die im Osten auf 22 Prozent kommen. Im Westteil holen sie elf Prozent.

Auch die erneut gewachsene AfD hat im Osten mehr Anhänger als im Westen. In den Ost-Bezirken würden 18 Prozent für die neue Partei stimmen, damit liegt die AfD dort vier Punkte vor der CDU und zwei vor den Grünen auf Platz drei, hinter der SPD und den Linken. Besonders stark sind die Rechtspopulisten unter Männern. Die würden zu 18 Prozent die AfD wählen, während nur acht Prozent der Frauen dazu neigen. Und in der Altersgruppe von 35 bis 49 Jahren bestätigt die Alternative für Deutschland mit diesmal 20 Prozent ihr starkes Abschneiden vom April. Ihr Mai-Ergebnis hebt die AfD in dieser Gruppe auf Augenhöhe mit CDU, SPD und Grünen. Die Freien Demokraten müssen sich darauf einrichten, im September um den Einzug ins Abgeordnetenhaus kämpfen zu müssen. Im Mai lagen sie bei vier Prozent, einen Punkt unter dem April-Ergebnis.

Das schlechte Abschneiden der Koalitionsparteien im Berlin-Trend, für den Infratest dimap zwischen dem 4. und 9. Mai 1003 wahlberechtigte Berliner am Telefon befragte, deckt sich mit der Unzufriedenheit mit der Senatsarbeit insgesamt.

Wie schon in den letzten Umfragen zeigten sich nur ein gutes Drittel der Befragten (35 Prozent) sehr zufrieden oder zufrieden mit der Regierung unter Michael Müller (SPD). 59 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Damit bleibt der Senat die Landesregierung in Deutschland, die in Umfragen von Infratest dimap von den eigenen Bürgern die schlechteste Note bekommt.Und auch die Bundesregierung aus Union und SPD wurde zuletzt im Deutschlandtrend mit 46 Prozent Zufriedenheit deutlich besser gemessen als die Senatsmannschaft.