Tiergarten

Polizist verbietet Fotografin Bild von türkischer Botschaft

Ein Polizist des Objektschutzes verbot einer Fotografin, Bilder der Botschaft zu schießen. Diese Befugnis hätte er gar nicht gehabt.

Die türkische Botschaft in Berlin

Die türkische Botschaft in Berlin

Foto: dpa

Nach der Debatte um das Erdogan-Schmähgedicht von Jan Böhmermann zeigt die Berllner Polizei offenbar Nerven. Am vergangenen Wochenende wurde der Berliner Piratenvorsitzende Bruno Kramm bei einer Protestaktion vor der türkischen Botschaft in Tiergarten festgenommen, als er Zeilen aus dem Böhmermann-Gedicht zitierte. Wie der RBB berichtet, hat nun ein Polizeimitarbeiter des Zentralen Objektschutzes einer freie Fotografin verboten, ein Foto der Botschaft zu schießen.

Nach Darstellung des Senders habe sich der Vorfall an Mittwochabend vergangener Woche ereignet. Die Fotografin Christine Müller habe ihr Stativ in der Tiergartenstraße aufgestellt, um die Fassade der Botschaft abzulichten, als ein Polizeibeamter herbeigeeilt sei und ihr das Fotografieren verboten habe. Die Polizei hat den Vorfall gegenüber dem RBB mittlerweile eingeräumt.

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Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte das Vorgehen des Polizisten. "Es ist es zwar möglich, auf dem privaten Gelände der Botschaft Bilder zu verbieten, aber nicht Bilder, die vom öffentlichem Gelände aus angefertigt werden", sagt Pressesprecher Hendrik Zörner dem RBB. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, nannte das Verhalten des Polizisten "erklärungsbedürftig". Offensichtlich scheine bei manchem Polizisten ein "Übereifer beim Schutz der Würde der türkischen Botschaft zu bestehen", sagte Ströbele.

Sowohl die Berliner Polizei als auch ein Sprecher der türkischen Botschaft erklärten auf Anfrage des RBB, dass es keine Anweisung gegeben habe, Fotos von der türkischen Botschaft zu verhindern. "Von uns wurde definitiv kein Fotoverbot erteilt", so der Sprecher der Botschaft, Refik Sogukoglu.