Polizei

Schießstand-Affäre: Einsatztrainer schreiben Brandbrief

Schießtrainer der Polizei sind von den Schadstoffen in manchen Übungsständen stark betroffen. Eine Kommission soll nun Entschädigungen prüfen.

Nach der Weigerung von rund 40 Einsatztrainern der Direktionen 1 und 5, wegen möglicher Schadstoffbelastung auf dem Schießstand an der Kruppstraße und einer weiteren Schießanlage eingesetzt zu werden, fürchtet Polizeipräsident Klaus Kandt offenbar, dass sich weitere Direktionen dem Schießtraining verweigern. Am Montag sind deshalb alle Direktionsleiter zu einem Gespräch ins Präsidium beordert worden. Polizeisprecher Thomas Neuendorf bestätigte, dass es die Gespräche gegeben hat. Dabei habe man für die Direktionen 1 und 5 vereinbart, das Training auf Laserschießen umzustellen. „Und zwar so lange, bis geklärt ist, wie das Training des scharfen Schusses behördenweit gesichert werden kann“, sagte Neuendorf. Der Polizeisprecher wies darauf hin, dass die Anlage an der Kruppstraße „gesundheitlich unbedenklich ist“.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost haben die Einsatztrainer der Direktion 1 einen Brief mit Fragen an die Landes-Koordinierungsstelle Schießstände (LaKoS) beim Polizeipräsidenten geschickt. In dem Schreiben werden grundlegende Fragen zum Arbeitsschutz, zur Wartung und zu den technischen Gegebenheiten für die Lüftungsanlage in der Raumschießanlage Kruppstraße gestellt und um Antworten darauf gebeten. In dem Schreiben heißt es, dass die Beamten so lange nicht auf die Schießstände wollen, bis die Ergebnisse ihrer Blutuntersuchung vorliegen. Diese soll nun in zwei Sammelterminen an der Charité erfolgen. Die Termine sind für Mitte Mai angesetzt. Die Auswertung soll dem Vernehmen nach etwa 14 Tage dauern.

Innensenator Frank Henkel (CDU) will in der Schießstand-Affäre juristischen Streit vermeiden. „Ich möchte nicht, dass sich Betroffene durch alle Instanzen klagen müssen“, sagte er am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Um die Anerkennung von Gesundheitsschäden, den Umgang mit den Folgen und die Frage von Entschädigungen zu klären, will Henkel eine Kommission mit internen und externen Fachleuten einsetzen.