Notfallplan am BER

Rettungskräfte proben Horror-Szenario am Flughafen BER

250 Verletzte. Dutzende Betroffene. Tausende Anrufe der Angehörigen. Am BER bereiten sich die Einsatzkräfte auf den Ernstfall vor.

Einsatzkräfte bringen Passagiere aus einer Air-Berlin-Maschine in Sicherheit. Der Hauptstadtflughafen ist noch nicht eröffnet, doch die Rettungskräfte über bereits für den Ernstfall

Einsatzkräfte bringen Passagiere aus einer Air-Berlin-Maschine in Sicherheit. Der Hauptstadtflughafen ist noch nicht eröffnet, doch die Rettungskräfte über bereits für den Ernstfall

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Katastrophenschützer, Feuerwehr, Rettungsdienste und die Polizei haben auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER die bislang größte Notfallübung in Brandenburg durchgeführt. Als Szenario war auf dem Vorfeld der Zusammenstoß eines voll besetzten Airbus' A380 mit einem Passagierbus aufgebaut.

Danach hatten rund 1400 Rettungskräfte 500 Menschen zu versorgen, die Hälfte von ihnen spielten Verletzte. 300 Feuerwehrleute, 200 Rettungsdienstkräfte und 500 Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes waren mit rund 400 Fahrzeugen im Einsatz.

1500 Anrufe - Simulation eines Ernstfalls

Mit der Großübung bereiteten sich die Behörden des Landkreises Dahme-Spreewald und die Polizei von Bund und Land auf einen möglichen schweren Unfall auf dem künftigen Hauptstadtflughafen vor. „Irgendwann gibt es eine Eröffnung des Flughafens und dann wird der Landkreis für den Rettungsdienst zuständig sein“, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung, Heidrun Schaaf.

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Geprobt wurde die Zusammenarbeit der Rettungsdienste aus vier Landkreisen sowie der Feuerwehren von Berlin und Brandenburg. Für die Abwicklung von Anfragen wurden Polizeidienststellen in fünf ostdeutschen Bundesländern zusammengeschaltet, um rund 1500 simulierte Anrufe von Angehörigen der von dem Unfall betroffenen Menschen zu beantworten.

Transport in die Klinik dauert eine Stunde

Ordnungsdezernent Wolfgang Starke von der Kreisverwaltung zog am Nachmittag eine positive Bilanz. „Alles ist wie geplant abgelaufen, die Alarmierungen der zuständigen Stellen haben zuverlässig funktioniert“, sagte er. Probleme habe es nur mit den Patientenkarten für die Verletzten-Dummys gegeben, die im Dauerregen aufgeweicht seien.

Beobachter der Feuerwehr kritisierten allerdings am Rande des Einsatzes, dass es eineinhalb Stunden dauerte, bis die ersten Verletzten in die Krankenhäuser abtransportiert wurden. Nach den Regeln der Notfallmedizin sollten Schwerverletzte nach einem solchen Unfall möglichst innerhalb einer Stunde in einem Krankenhaus sein.