Traurige Statistik

In Berlin wurden seit 2011 zehn Babys getötet

Trotz Babyklappen in fünf Berliner Krankenhäusern werden jedes Jahr Säuglinge getötet. Beratungsstellen versuchen, Schwangeren zu helfen.

Im vergangenen Jahr sind in Berlin drei Babys getötet worden. Das war die höchste Zahl seit 2011, geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit auf eine parlamentarische Anfrage der CDU hervor. In der vergangenen fünf Jahren kam es demnach in Berlin insgesamt zu neun Tötungsdelikten an Säuglingen, in diesem Jahr gab es bislang einen Fall.

Anfang März war ein totes, neugeborenes Mädchen in einer Lichtenberger Parkanlage entdeckt worden. Das Baby war nackt in Handtücher gewickelt und in einen Plastikmüllsack gesteckt worden. Laut Obduktion kam es lebend zur Welt, wurde aber nicht fachgerecht entbunden. Ermittler gehen davon aus, dass das Kind getötet wurde. Bislang gingen knapp 20 Hinweise zu dem Fall ein, eine konkrete Spur war nicht dabei.

Mütter getöteter Babys sind oft schwer zu ermitteln. Doch zuletzt kamen Polizisten der Mutter eines toten Säuglings durch Altkleidersäcke auf die Spur, die ihr Lebensgefährte in der Nähe des Fundorts der Babyleiche abgestellt hatte. Der kleine Leichnam war im November 2015 unter einem Laubhaufen in Friedrichshain entdeckt worden.

Die Senatsverwaltung verwies auf Hilfsangebote für Mütter in Not. Schwangerenberatungsstellen könnten anonym aufgesucht werden, dort werde auch in verschiedenen Sprachen informiert. Das Angebot richte sich auch an Flüchtlinge. Die Einrichtungen sind auch Ansprechpartner für vertrauliche und anonyme Geburten sowie Fragen zur Babyklappe. In Berlin gibt es in fünf Krankenhäusern Babyklappen. Dort können Mütter in Notfällen anonym ein Baby abgeben. Verzweiflungstaten sollen so verhindert werden.