Berlin

Helene Fischer räumt ab: Die Gewinner des Echo 2016

Der Echo ist zum 25. Mal vergeben. Es gab viel Jubel. Berlins Kulturstaatssekretär übte an einem Gewinner nach der Show Kritik.

Helene Fischer receives the award for the most successful 'Crossover' artist during the 2016 Echo Music Award ceremony in Berlin, Germany April 7, 2016. REUTERS/Markus Schreiber/Pool

Helene Fischer receives the award for the most successful 'Crossover' artist during the 2016 Echo Music Award ceremony in Berlin, Germany April 7, 2016. REUTERS/Markus Schreiber/Pool

Foto: POOL / REUTERS

Helene Fischer ist die klare Gewinnerin der 25. Echo-Verleihung in Berlin. Die Sängerin erhielt gleich vier der begehrten Musikpreise, in den Kategorien "Crossover", "Album des Jahres", "Live Act National" und "Musik-DVD/Blue-Ray National". "Ich bin ziemlich stolz", sagte sie, als sie den vierten Preis entgegennahm.

Auch Sarah Connor (35) und die Band Pur gehörten zu den Gewinnern bei der 25. Echo-Verleihung. Connor („Muttersprache“) nahm am Donnerstagabend in Berlin sehr gerührt und mit zittriger Stimme die Auszeichnung als beste nationale Künstlerin in der Kategorie Rock/Pop entgegen. Sie gewann gegen Lena, Namika, Nena und Oonagh.

Die Band Pur – von einem Konzert in Bremen zugeschaltet – erhielt den Echo als beste nationale Band in der Kategorie Rock/Pop. Sie setzten sich gegen The BossHoss, Revolverheld, Silbermond und Unheilig durch.

Ebenfalls per Video bedankte sich der belgische DJ Lost Frequencies, der die begehrte Trophäe für den Hit des Jahres abräumte. Der Musiker wurde für seinen Song „Are You with Me“ ausgezeichnet. Leer gingen in dieser Kategorie unter anderem Adele und Sido aus. In der Kategorie Schlager siegte Vanessa Mai (Wolkenfrei) mit „Wachgeküsst“. Den Echo für das Lebenswerk bekamen die Puhdys.

Echo für Frei.Wild

Die umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild gewann den Echo in der Sparte Rock/Alternative National. Die Band war 2013 beim Echo noch von der Nominierungsliste gestrichen worden, nachdem andere Gruppen wie Kraftklub mit einem Boykott gedroht hatten. Im Sommer sprachen sich die Südtiroler auf ihrer Internetseite gegen Fremdenhass aus. Die Band erklärte bei der Preisverleihung, sie wolle den Echo in der Öffentlichkeit als Symbol für Widerstand gegen Ausgrenzung präsentieren. Die Verkündung wurde mit wenig Beifall und sogar einigen Buh-Rufen aufgenommen.

Berlins Kulturstaatssekretär und Musikproduzent Tim Renner schrieb direkt im Anschluss an die Übergabe des Preises an Frei.Wild bei Facebook: „Puh, Frei.Wild einen Echo zu geben ist wie mit der AfD koalieren.“

Bosse provoziert mit Stinkefinger

Neben den Preisträgern standen auch die performenden Künstler im Mittelpunkt. Unter anderem traten The Weeknd, Xavier Naidoo und Bosse auf. Letzterer sendete am Ende seines Songs „Steine“ noch einen Stinkefinger-Gruß an alle „Nazi-Schweine“.

Emotional wurde es trotzdem wieder. Im Rahmen der Show wurde Roger Cicero und anderen im vergangenen Jahr verstorbenen Musikern gedacht. Der Jazzmusiker war Ende März unerwartet im Alter von nur 45 Jahren an einem Hirninfarkt gestorben. "Der Echo wird natürlich von seinem Tod überschattet, aber es muss ja weitergehen", so Udo Lindenberg. "Wie viele andere war ich schockiert", sagte Johannes Oerding. "Ich habe viel von ihm gelernt." Xavier Naidoo widmete Cicero bei seinem Auftritt den Song "Frei". David Bowie, der im Januar an Krebs gestorben war, wurde in die Echo Hall of Fame aufgenommen. Der Chamber Choir of Europe sang seinen Song "Space Oddity".

Gewohnt schlagfertig begrüßte Gala-Moderatorin Barbara Schöneberger am Donnerstagabend in Berlin die Größen der deutschsprachigen Musikszene. "Wie die Zeit vergeht, sieht man ja schon an mir: von Lolita zu Cellulita", begrüßte Barbara Schöneberger die Gäste unter dem Funkturm. Internationale Prominenz war eher spärlich vertreten. Im Saal saßen unter anderem Udo Lindenberg, Namika, Tim Bendzko, Anna Loos und ihre Band Silly sowie Amy Macdonald.

Für Aufsehen sorgte auch ein Zuschauer: Oliver Pocher, der als Donald Trump verkleidet zur Verleihung kam.

Die Auszeichnungen:

Album des Jahres: Helene Fischer („Weihnachten“)

Hit des Jahres: Lost Frequencies („Are you with me“)

Künstlerin Rock/Pop National: Sarah Connor

Künstler Rock/Pop National: Andreas Bourani

Band Rock/Pop National: Pur

Schlager: Vanessa Mai (Wolkenfrei)

Volkstümliche Musik: Santiano

Lebenswerk: Puhdys

Soziales Engagement: Roland Kaiser

Hip-Hop/Urban National: Kollegah

Nationaler Act im Ausland: Robin Schulz

Dance National: Robin Schulz

Rock Alternative/National: Frei.Wild

Rock Alternative/International: Iron Maiden

Crossover: Helene Fischer

Live-Act National: Helene Fischer

Musik-DVD/Blu-Ray: Helene Fischer

Newcomer National: Joris

Newcomer International: James Bay

Kritikerpreis National: Joris

Radio-Echo: Joris

Produzent des Jahres: Alex Christensen

Der Abend im Liveblog zum Nachlesen