Bildung in Berlin

Berlin bekommt 500 neue Klassenräume

Die Kapazitäten der Berliner Schulen werden in den kommenden Monaten massiv aufgestockt - mit sogenannten Modularen Ergänzungsbauten

Die meisten neuen Unterrichtsräume entstehen in den schnell wachsenden Bezirken Pankow und Lichtenberg

Die meisten neuen Unterrichtsräume entstehen in den schnell wachsenden Bezirken Pankow und Lichtenberg

Foto: Marijan Murat / dpa

Berlin.  Berlin reagiert auf die wachsende Zahl der Schüler: Die Kapazitäten der Berliner Schulen werden in den kommenden Monaten massiv aufgestockt. Allein in diesem und dem nächsten Jahr gibt der Senat fast 116 Millionen Euro aus, um neben den bestehenden Schulgebäuden sogenannte Modulare Ergänzungsbauten (MEB) zu errichten.

In der Senatsverwaltung für Bildung wird versichert, dass diese Fertiggebäude fast nichts mit den alten Containerbauten zu tun haben, die zum Teil seit Jahrzehnten als Provisorien auf den Schulhöfen stehen.

Insgesamt werden bis Ende 2017 so fast 500 zusätzliche Unterrichtsräume an 31 Schulstandorten entstehen (siehe Liste unten), die meisten davon in den schnell wachsenden Bezirken Pankow und Lichtenberg, wo schon seit 2013 die meisten Modularbauten die steigenden Schülerzahlen aufnehmen.

Mitte

Neue Grundschule, 1. Bauabschnitt

Papageno-Grundschule

Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule

Friedrichshain-Kreuzberg

1. Bauabschnitt Grundschule

Zille-Grundschule

Pankow

Tesla-Gemeinschaftsschule

Hagenbeckk-ISS

Kurt-Tucholsky-ISS

OSZ Bau/Holz

Schule an der Strauchwiese

Konrad-Duden-ISS

Paul-Lincke-Grundschule

Elisabeth-Shaw-Grundschule

Spandau

Bernd-Ryke-Grundschule

Wolfgang-Borchert-ISS

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Steglitz-Zehlendorf

33. Grundschule

Tempelhof-Schöneberg

Paul-Simmel-Grundschule

Treptow-Köpenick

Schule an der Feuerwache

Schule am Buntzelberg

Wendenschloßschule

Marzahn-Hellersdorf

Franz-Carl-Achard-Grundschule

Bruno-Bettelheim-Grundschule

Grundschule an der Wuhle

Lichtenberg

Paul-und-Charlotte-Kniese-Gemeinschaftsschule

Grundschule am Wihlemsberg

Gutenberg-ISS

Grundschule am Roederplatz

Grundschule am Wäldchen

Vincent-van-Gogh-Schule

Platz für zwölf bis 24 Klassen

Die geplanten Typen bieten Platz für zwölf bis 24 Klassen. Die kleineren Komplexe schlagen mit Kosten von jeweils etwas über drei Millionen Euro zu Buche, die größeren mit knapp fünf Millionen Euro pro Standort.

In den allermeisten Fällen ergänzt der Modularbau bereits bestehende Schulen. An der Chausseestraße Ecke Boyenstraße in Mitte und an der Corinthstraße Ecke Pufendorfstraße in Friedrichshain beginnt der Aufbau neuer Schulstandorte nach Aussage der Senatsbildungsverwaltung mit Modularbauten, die zunächst als Filialen benachbarter Schulen betrieben werden. Erst später soll dann in einem zweiten Bauabschnitt ein festes Gebäude danebengestellt und eine eigenständige Grundschule errichtet werden.

Die Erfahrungen mit den MEB sind, zumindest was den Aufbau angeht, positiv. Die 17 Projekte, die seit 2013 realisiert wurden oder gerade gebaut werden, sind nach einer Aufstellung des Senats bis auf einen Fall alle preiswerter geworden als in der Bauplanungsunterlage vorgesehen.

Kritik von Opposition und Eltern

Kritik an den neuen Schulcontainern kommt allerdings vonseiten der Opposition und von Eltern. Sie monieren, dass diese Modularbauten in Berlin zumeist ohne automatische Lüftung errichtet werden. Die Bildungsverwaltung sieht keine Probleme mit der Zuluft. Sie geht davon aus, dass die zulässigen Kohlendioxid-Grenzwerte durch „Maßnahmen der freien Lüftung (Fenster)“ zu erreichen sind, so Staatssekretär Mark Rackles (SPD).

Das Programm der Modulbauten für Schulen wird im Wesentlichen durch die Sonderinvestitionsprogramme gespeist, die das Land aus den Überschüssen der vorangegangenen Haushaltsjahre finanziert. Darüber hinaus investiert Berlin aber zusätzliches Geld in die Sanierung von Schulen und in den Bau von Sporthallen oder Fachräumen. Bis 2019 stehen dafür insgesamt 453 Millionen Euro in der Investitionsplanung des Senats, weiteres Geld fließt zudem aus dem Sondervermögen Wachsende Stadt.

Insgesamt sollen die Kapazitäten demnach um 36 Züge an Grundschulen steigen, Sekundarschulen sollen 28 zusätzliche Züge bekommen und Gymnasien sieben.