Schönefeld

ILA 2016: Weniger Tage, weniger Flüge, weniger Lärm

Die Internationale Luftfahrtausstellung wird um zwei Tage gekürzt. Anwohner fordern, laute Maschinen aus dem Flugprogramm zu streichen.

Die Luftfahrtmesse ILA fällt für die Anwohner in diesem Jahr leiser aus. Dazu trägt bei, dass die Schau um zwei Tage verkürzt wurde. Aber auch das Flugprogramm an den verbleibenden vier Tagen fällt eine Nummer kleiner aus.

„Es ist deutlich weniger als es in der Vergangenheit war“, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag, nachdem die Veranstalter ihre Pläne präsentiert hatten.

An den zwei Publikumstagen (3. und 4. Juni) wird jeweils dreieinhalb Stunden geflogen, an den beiden Fachbesuchertagen zuvor jeweils eineinhalb Stunden.

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Zahl der Beschwerden von Anwohnern gehe seit 2008 zurück

„Die Kommission hat das positiv zur Kenntnis genommen“, sagte Steintjes. Zugleich forderte sie auf Antrag der Gemeinde Schöneiche, besonders laute und militärische Maschinen aus dem Flugprogramm zu streichen.

Steintjes verwies darauf, dass die Zahl der Beschwerden von Anwohnern seit 2008 zurückgehe, insbesondere seit die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) 2012 von der Nord- auf die Südbahn umgezogen ist.

Die Verkürzung in diesem Jahr hatten die Veranstalter mit dem Wunsch der Aussteller und Fachbesucher begründet, das Programm zu straffen. Die ILA findet alle zwei Jahre statt.

Von den Anwohnern des künftigen Hauptstadtflughafens haben noch immer die wenigsten den vorgesehenen Schallschutz. 81 Prozent von knapp 18 000 Anträgen sind zwar abgearbeitet, wie Steintjes sagte.

Aber erst gut 1700 Anwohner haben sich schon die bewilligten Schallschutzfenster, Lüfter und Dämmungen einbauen lassen. „Viele wollen nicht innen dämmen“, sagte Steintjes. Sie warteten ab, ob sich nicht noch günstigere Regelungen ergäben.

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Fluglärm wirke sich nicht Herz-Kreislauferkrankungen aus

Thema der Vertreter von Gemeinden, Landesregierungen und Luftverkehrsbranche in der Fluglärmkommission war auch die groß angelegte NORAH-Studie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health).

Sie untersuchte die Lärmauswirkungen rund um den Frankfurter Flughafen und lieferte zum Teil überraschende Ergebnisse.

Fluglärm erhöht demnach etwa das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Herz-Kreislauferkrankungen riskieren aber eher Menschen, die an einer vielbefahrenen Bahnstrecke wohnen.

Auf den Blutdruck habe Dauerlärm gar keinen Effekt. Die Kommission nahm die Ergebnisse zunächst nur zur Kenntnis. Ob sie daraus eigene Forderungen ableitet, ist offen.