Asylbewerber

Berlin hat 1000 freie Plätze in Flüchtlingsunterkünften

In den Sporthallen an der Glockenturmstraße sind doch deutlich mehr Flüchtlinge untergebracht als angegeben. Es fehlt der Überblick.

In den beiden Sporthallen an der Glockenturmstraße sind in den vergangenen sieben Tagen jeweils zwischen 800 und 1000 Flüchtlinge untergebracht gewesen. Das erklärten am Freitag übereinstimmend der Betreiber der Notunterkunft und die Senatssozialverwaltung. Damit war die Kapazität des Horst-Korber-Sportzentrums und der Rudolf-Harbig-Halle nahezu ausgelastet. Am Donnerstag hatte die Verwaltung irrtümlich eine Belegung mit 150 Menschen mitgeteilt. Später stellte sich heraus, dass diese Angabe nicht mehr aktuell ist.

Wie berichtet, hatte der Landessportbund gefordert, die Hallen so schnell wie möglich freizuziehen und sich dabei auch auf die vermeintlich geringe Auslastung bezogen. Die Unterkunft werde weiter benötigt, betonte der Senat. Es sei derzeit nicht absehbar, wie sich der weitere Flüchtlingszugang entwickeln werde. Zudem werden die Hallen an der Glockenturmstraße seit einigen Tagen von der Sozialverwaltung als „Transitunterkunft“ benutzt. Dorthin werden alle Asylsuchenden gebracht, die neu nach Berlin kommen. Am kommenden, spätestens am übernächsten Tag, würden sie an der Bundesallee registriert, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) der Berliner Morgenpost am Freitag. Danach bekämen sie Plätze in anderen Unterkünften. Das neue Verfahren erleichtere die Registrierung erheblich.

Verwaltung kontrolliert Angaben der Betreiber

Der Sozialsenator sagte, es gebe derzeit rund 1000 freie Plätze in Flüchtlingsunterkünften. Die Betreiber könnten freie Plätze elektronisch in eine Liste eintragen. Zusätzlich gebe es täglich telefonische Abfragen. Mitarbeiter der Verwaltung kontrollierten regelmäßig die Angaben der Betreiber. Czaja schloss aus, dass es über einen längeren Zeitraum nicht gemeldete freie Plätze in größerem Umfang geben könnte.

Es gebe zwar einige Betreiber, die freie Plätze teilweise zögerlich meldeten, so Czaja. Viel häufiger tauche aber das Problem auf, dass auch die Verantwortlichen in den Unterkünften nicht immer sofort einschätzen könnten, ob ein Platz frei ist oder nicht. Vor allem in Sporthallen untergebrachte Flüchtlinge nähmen häufig ihre gesamte Habe mit, wenn sie tagsüber die Unterkunft verlassen. Indes kehrten viele am Abend zurück. Andere kämen irgendwo privat unter, meldeten sich aber nicht ab, so der Senator. Die Berliner Not- und Gemeinschaftsunterkünfte bieten Platz für mehr als 44.700 Flüchtlinge.