Schlag gegen Islamisten

Terror-Razzia: Was wir über den Berliner Verdächtigen wissen

Nach der Razzia gegen mutmaßliche islamistische Terroristen wurde auch gegen einen Berliner Haftbefehl erlassen. Das wissen wir bisher.

Polizisten führen bei der Razzia in Berlin einen Verdächtigen ab

Polizisten führen bei der Razzia in Berlin einen Verdächtigen ab

Foto: Paul Zinken / dpa

Den Sicherheitsbehörden ist es offenbar gelungen, einen Terroranschlag von Anhängern des sogenannten „Islamischen Staates“ in Berlin zu verhindern. 450 Beamte waren am Donnerstagmorgen in Berlin, Hannover und in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Drei algerische Staatsbürger wurden verhaftet. Einer von ihnen lebt in Berlin.

Was war der Anlass für den Großeinsatz?

Sicherheitskreise gehen davon aus, dass es Pläne für einen Terror-Anschlag in Berlin gab. Das Bundesamt für Verfassungsschutz gabe einen entsprechenden Hinweis weiter. Auf Polizeideutsch: Es gab den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Das Bundesamt für Verfassungsschutz gab einen entsprechenden Hinweis weiter. Die Sicherheitsbehörden leiteten personalintensive Überwachungsmaßnahmen ein. Dabei wurde festgestellt, dass die Betroffenen sich sehr auffällig und konspirativ verhielten. In einem abgehörten Telefonat hätten sich die mutmaßlichen Terroristen darüber beraten, ob etwa der Checkpoint Charlie im Stadtzentrum ein lohnenswertes Angriffsziel sein könnte, teilte zudem die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Sicherheitskreise mit.

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Wie konkret waren die Anschlagspläne in Berlin?

Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf bestimmte Anschlagsorte in Berlin. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach unter anderem der Alexanderplatz ein mögliches Ziel gewesen sein soll. «Sowohl den Alexanderplatz als auch den Checkpoint Charlie können wir nicht bestätigen» sagt ein Polizeisprecher während einer Pressekonferenz am Donnerstag. Hintergrund der Gerüchte sei womöglich die Tatsache, dass es sowohl am Alexanderplatz als auch nahe des Checkpoints Charlie Durchsuchungen gegeben habe.

Wer ist der in Berlin festgenommene mutmaßliche Terrorist?

Der 49-Jährige ist algerischer Staatsbürger und wurde bei der Razzia in seiner Wohnung in der Waldemarstraße festgenommen. Am Freitag erging Haftbefehl. Die Festnahme des Mannes erfolgte laut Staatsanwaltschaft nicht wegen möglicher Anschlagsplanungen. Gegen den 49-Jährigen lag aber ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung vor. Er hatte Deutschland 2013 verlassen und kehrte ein Jahr später mit falschen französischen Personalien zurück. Danach trat er mehrfach unter unterschiedlichen Identitäten auf. Der 49-Jährige war nach Polizeiangaben vom Freitag seit 2000 unter abweichenden Personalien in Berlin bekannt. Ein weiterer Verdächtiger aus Berlin, der jedoch nicht festgenommen wurde, reiste nach ersten Erkenntnissen bereits im Frühjahr 2004 nach Deutschland ein und hat eine befristete Aufenthaltsgenehmigung.

Was sagen die Nachbarn in Kreuzberg?

Der 49-Jährige galt nach Aussagen der Nachbarn gegenüber der Berliner Morgenpost als unauffällig. Er habe immer gegrüßt. Es gab aber offenbar keine engeren Kontakte. Das Viertel in der Waldemarstraßer ist multikulturell geprägt. „Wir verstehen uns eigentlich alle gut“, so eine Frau zur Berliner Morgenpost. Viele Anwohner mit arabischen Wurzeln haben nach der Razzia jetzt Angst, unter Generalverdacht gestellt zu werden.

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