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Schnauze mit Herz - Ein Berliner Busfahrer begeistert Wien

Mit lockeren Sprüchen und Berliner Dialekt - So ist Busfahrer Daniel Winter in Wien unterwegs. Seine Fahrgäste lieben es.

Daniel Winter, Busfahrer aus Berlin bei den "Wiener Linien"

Daniel Winter, Busfahrer aus Berlin bei den "Wiener Linien"

Foto: Screenshot YouTube/ Wiener Linien / BM

Dass Berliner Busfahrer gern mal einen lockeren Spruch auf den Lippen haben, weiß jeder, der in der Hauptstadt den öffentlichen Nahverkehr nutzt. In der österreichischen Hauptstadt Wien ist das offenbar ein wenig anders. Hier wickelt seit einiger Zeit ein Berliner, der in das Alpenland ausgewandert ist, seine Fahrgäste verbal um den Finger.

„So liebe Fahrjäste, halten Se sich alle jut fest, in Kürze erreichen wa unsre maximale Höchstjeschwindichkeit von 17 km/h“, ruft Daniel Winter zum Beispiel durch die Lautsprecher seines Busses. Das kommt an, die Menschen lachen. Sein Arbeitgeber, die Verkehrsgesellschaft „Wiener Linien“, hat deshalb ein kurzes Video über Winter gedreht und es bei YouTube veröffentlicht.

Darin sieht man Winter, wie er mit seinem Bus durch Wiens Straßen fährt – und die Menschen mit seinem Berlinerisch verzaubert. „Also, Sie waren sehr unterhaltsam“, lobt eine Frau mit Hut beim Aussteigen. Und ein Herr freut sich: „Der Herr Winter ist ein besonders netter Mensch, man glaubt gar nicht, dass der aus Deutschland ist.“ Was genau er damit sagen will, lässt er allerdings offen.

Der Liebe wegen ausgewandert

Winter erzählt, er sei der Liebe wegen aus Berlin nach Wien gezogen. Er habe dann gesehen, dass die „Wiener Linien“ Busfahrer suchen. „Da habe ich gesagt: Wunderbar, das ist genau meins.“ Berlin und Wien - das passt für Winter gut zusammen. „Das ist ähnlich“, sagt er. Besonders mag er an seiner neuen Heimat die Kaffeekultur.

Winter erfreut nicht nur seine Fahrgäste, er sorgt auch für eine Verbreitung eines positiven Berlin-Bildes in Wien. „Dass einer Berlinerisch spricht, ist man ja eigentlich nicht gewohnt in einem Wiener Autobus“, sagt ein Herr. „Aber er hat eine nette Stimme und macht das recht originell.“ Eine ältere Dame lobt, Winter sei „zuvorkommend, höflich, wunderbar!“ Und ein anderer sagt: „In Berlin gibt es viele Muffel, wie in Wien auch. Aber er macht es sehr gut, und ich glaube, das kommt bei den Fahrgästen auch sehr gut an.“

Winter nimmt den Zuspruch bescheiden auf: „Ich bin einfach so, ich bin so erzogen. Das habe ich meinen Eltern zu verdanken“, sagt er.

Die Wiener Fahrgäste wünschen sich, dass Winter noch möglichst lange ihr Busfahrer bleibt. „Ich wünsche ihm, dass er den Spaß über viele Jahre behält. Ich finde das wirklich wichtig, was er tut“, sagt eine Frau. Eine andere fasst es kurz: „Tut sehr gut, so ein Fahrer.“

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