Berlin

Positives Echo auf Senatspläne für mehr Kinderschutz

Der Plan des Senats, im Januar nächsten Jahres fünf Kinderschutzambulanzen zu eröffnen, hat unter Abgeordneten ein überwiegend positives Echo ausgelöst. Das sei „ein vernünftiger Weg“, sagte der Gesundheitsexperte der Grünen-Fraktion, Heiko Thomas. Es sei sinnvoll, in den ausgewählten Krankenhäusern vorhandene Kompetenzen zu bündeln. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass die Ambulanzen mit ausreichend Personal ausgestattet sind.

In diesen regionalen Kom- petenzzen­tren sollen Experten feststellen, ob Kinder oder Jugendliche körperlich oder psychisch misshandelt oder vernachlässigt werden. Sie sollen die Gefährdung des Kindeswohls beurteilen und im Notfall gerichtsfeste Beweisunterlagen erstellen. Standorte sind: Charité-Campus-Virchow-Klinikum in Wedding, Vivantes Klinikum Neukölln, Helios Klinikum Buch, DRK Klinikum Charlottenburg und St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof. Das Angebot der fünf Einrichtungen wird zusätzlich durch die Tätigkeit der zentralen Gewaltschutzambulanz der Charité ergänzt.

Christopher Lauer (Piraten) monierte, die Ambulanzen bekämen lediglich eine zusätzliche Krankenschwester und „ein bisschen Geld“ für Material und Gutachten. Die Senatsverwaltungen für Jugend, Gesundheit und Justiz verweisen darauf, im kommenden Doppelhaushalt 1,2 Millionen Euro für das Projekt aufzubringen. Gottfried Ludewig, Gesundheitsexperte der CDU, nannte die Kritik „kleinkariert“. Die Einrichtung der Ambulanzen sei sehr gut und in jedem Fall eine Verstärkung.

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