Berlin

Bushido und die dicken Fische

Verdacht auf Versicherungsbetrug. Die Polizei hat die Villen des Rappers Bushido durchsucht.

Die Polizei hat am Donnerstagmorgen zwei Anwesen des Berliner Rappers Bushido in Kleinmachnow (Brandenburg) und in Lichterfelde durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft wird gegen den Musiker wegen des Verdachts des Versicherungsbetrugs ermittelt. Von 7 bis 9 Uhr durchsuchten rund 25 Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) die Häuser des Künstlers.

Hintergrund ist ein Einbruch in ein Geschäft für Meerwasseraquaristik in Lichterfelde. Der Eigentümer des Fachgeschäftes für exotische Fische und Korallen ist unter dem Künstlernamen Bushido bekannt. Dort wurde im Herbst vergangenen Jahres eingebrochen. Der entstandene Schaden wurde mit mehreren Hunderttausend Euro angegeben. Offenbar sei es dabei jedoch nicht mit rechten Dingen zugegangen – laut Staatsanwaltschaft steht der Verdacht eines vorgetäuschten Einbruchs im Raum.

„Wir ermitteln gegen Anis F. wegen des Verdachts des Versicherungsbetrugs“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, der Berliner Morgenpost. „Es besteht der Verdacht, dass es diesen Einbruch so nicht gegeben hat.“

Bei der Durchsuchung wurden am Donnerstag unter anderem Computer, Dateien sowie Tauchausrüstungsgegenstände sichergestellt. In Berliner Aquaristikkreisen ist das Geschäft des Rappers bekannt. Von Bushido selbst war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten.

„In dem Geschäft werden hochwertige Aquarien angeboten, und die Verkäufer haben eine große fachliche Kompetenz“, sagte Michael Thesenwitz, zweiter Vorsitzender des Vereins für Meeresaquaristik Berlin der Berliner Morgenpost. „In dem Geschäft gibt es eine große Auswahl an Korallen und exotischen Fischen.“ Bushido selber soll auch privat ein großes Meerwasseraquarium besitzen, heißt es. Der Fachmann erklärte, dass ein gut ausgestattetes 600-Liter-Meerwasseraquarium zwischen 10.000 und 12.000 Euro kostet. Erst vor wenigen Tagen habe er sich Mauritius Segelflossen Doktorfische in dem Fachgeschäft angesehen. „Die Kosten knapp 2000 Euro das Stück.“

Der 37 Jahre alte Bushido ist einer der erfolgreichsten deutschen Rapper und Mitinhaber des Musiklabels Ersguterjunge. Es ist nicht das erste Mal, dass Bushido die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Etwa vor zwei Jahren: In seinem Song „Stress ohne Grund“ meinen etliche Kritiker, volksverhetzende Textzeilen gehört zu haben. Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), erstattete Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung. Nachdem das Amtsgericht Tiergarten die Anklage der Staatsanwaltschaft im November 2013 nicht zugelassen hatte, legte diese dagegen Beschwerde ein. Das Landgericht Berlin bestätigte aber die Haltung des Amtsgerichts.

Der Song „Stress ohne Grund“ landete aber daraufhin auf dem Index. Laut der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien durfte die CD nur an Erwachsene verkauft, weder öffentlich beworben noch über den Versandhandel vertrieben werden.

Für Aufregung sorgte auch die Verleihung des deutschen Medien- und Fernsehpreis „Bambi“ an den Musiker im Jahr 2011. Er erhielt ihn für seinen Beitrag zur Integration von Menschen aus benachteiligten sozialen Milieus. Der Volkssänger Heino hatte aus Protest gegen diese Verleihung seinen „Bambi“ zurückgegeben. Viele Menschen empfinden Bushidos Texte als diskriminierend, sexistisch oder gewaltverherrlichend. Während der Preisverleihung vor vier Jahren distanzierte er sich auch von seinen früheren Songtexten.