Sexualverbrechen

Mutmaßlicher Kindermörder schweigt weiter

Der Fall der getöteten Kinder Mohamed und Elias wird Polizei und Justiz noch länger beschäftigen. Potsdam ist künftig federführend

Nach der Identifizierung von Elias als Mordopfer am Sonntag gehen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft unvermindert weiter. Der mutmaßliche Mörder des Sechsjährigen, der auch den Mord an den vierjährigen Mohamed aus Berlin gestanden hatte, schweigt seither zu seinen Taten. „Bislang haben wir keine weitere Aussage des Mannes“, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Montag.

Die Brandenburger Staatsanwaltschaft hat am Montag die Ermittlungen in den beiden Mordfällen von den Berliner Kollegen übernommen, weil beide Kinder in Brandenburg getötet wurden. Im Vordergrund stehe laut Lange nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. „Wir benötigen die detaillierten Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist“, sagte Lange. Erst dann könne ein erweiterter Haftbefehl gegen den 32-jährigen Tatverdächtigen beantragt werden. Die Stadt Potsdam plant für Dienstag eine Trauerveranstaltung in Gedenken an Elias.

Der mutmaßliche zweifache Sexualmörder Silvio S. aus dem Niedergörsdorfer Ortsteil Kaltenborn (Teltow-Fläming), der nach seiner Festnahme am Donnerstag während langer Vernehmungen beide Taten gestanden aber nur im Fall Mohamed konkrete Angaben gemacht hatte, soll in die Haftanstalt Brandenburg/H. überführt werden. Am Freitag war der vergrabene Leichnam von Elias auf einem Gartengrundstück in Luckenwalde entdeckt worden. Silvio S. hatte den Ermittlern zuvor die Stelle skizziert. In der Gartenanlage sei S. kaum aufgefallen. „Er war eher unauffällig“, sagte Christine Fränkel, Geschäftsstellenleiterin des örtlichen Kleingartenverbandes, am Montag . Der Zustand seines Grundstücks zeige, dass er wohl kein großer Gartenfreund gewesen sei. Der Pachtvertrag für die 353 Quadratmeter große Parzelle sei erst Anfang Dezember 2014 abgeschlossen worden.

Unterdessen wird in Berlin die „Soko Mohamed“ aufgelöst, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Montag. „Wir ermitteln weiter wegen Mohamed bei der 8. Mordkommission, aber im Auftrag der Potsdamer Staatsanwaltschaft.“ Zur Anerkennung und Auszahlung der Belohnung komme es frühestens nach Rechtskraft des Urteils, erklärte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft.