Flüchtlingsjunge

Toter Mohamed - die Chronik der Suche

Mohamed verschwand am 1. Oktober. Knapp vier Wochen später steht fest: Der Vierjährige ist tot. Die Chronik.

Kerzen stehen um das Bild von Mohamed

Kerzen stehen um das Bild von Mohamed

Foto: Reto Klar

1 . Oktober: Mohamed hält sich mit seiner Mutter und seinen Geschwistern auf dem Lageso-Gelände auf. Im Gewühl der Menschenmassen verliert ihn seine Mutter aus den Augen.

5. Oktober Die Vermisstenstelle des Landeskriminalamts übernimmt den Fall, Dutzende Beamte durchsuchen mehrere Parks in Moabit.

6. Oktober Hinweise, der Junge könnte sich in Gießen (Hessen) bei lebenden Verwandten seiner Eltern aufhalten, zerschlagen sich. Insgesamt sind bis dahin 30 Hinweise eingegangen.

7. Oktober Die Polizei hat nach der Auswertung von Bildern der Überwachungskamera am Lageso eine erste hoffnungsvolle Spur. Sie veröffentlicht das Foto eines Mannes, der mit dem Vierjährigen an der Hand das Gelände verlässt.

13. Oktober Zwei Wochen nach dem Verschwinden des Jungen richtet die Polizei eine Sonderkommission ein. Bis zu 50 Beamte suchen jetzt rund um die Uhr nach Mohamed.

18. Oktober Einem Hinweis aus der Bevölkerung folgend, durchkämmt die Polizei das Gelände des Westhafens. Nach drei Stunden wird der Einsatz „ohne weitere Feststellungen“ beendet.

20. Oktober Drei Wochen nach dem Verschwinden Mohameds konzentriert sich die Suche nahezu vollständig auf den Stadtteil Moabit. Die Auswertungen der U-Bahnüberwachungskamera haben keinen Hinweis ergeben, dass der Unbekannte Moabit mit dem Jungen zusammen verlassen hat. Die Zahl der Hinweise ist inzwischen auf 200 gestiegen.

27. Oktober Der Tag des Durchbruchs. Die Staatsanwaltschaft setzt für Hinweise zur Aufklärung des Vermisstenfalls 10.000 Euro Belohnung aus. Zugleich veröffentlicht sie neue Fotos des Mannes, der mit dem Jungen das Lageso-Gelände verlassen hatte. Die Fotos stammen aus der Überwachungskamera eines etwa 800 Meter vom Lageso-Gelände entfernt liegenden Lokals. Die Polizei hatte zuvor in einer aufwendigen Aktion gezielt in Lokalen in Moabit nach dem Gesuchten und nach Überwachungsbildern gefragt.

28. Oktober Die Zahl der Hinweise ist auf 350 gestiegen, offenbar weil das Gesicht des Mannes auf den neuen Fotos deutlich zu erkennen ist. Ein Hinweis kommt aus der Nähe von Jüterbog (Teltow-Fläming).

29. Oktober Der Hinweis führt zum Ende der Suche. Nahe Jüterbog wird der Mann festgenommen und die Leiche des Jungen gefunden.