Berlin-Treptow

Sanierung von Spreepark und Eierhäuschen beginnt noch 2015

Ende dieses Jahres soll die Sanierung des Spreeparks und des Eierhäuschens in Treptow beginnen. Das sagte Finanzsenator Kollatz-Ahnen.

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hat sich das Eierhäuschen angeschaut. Es soll mit sieben Millionen Euro saniert werden

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hat sich das Eierhäuschen angeschaut. Es soll mit sieben Millionen Euro saniert werden

Foto: Jörg Krauthöfer

Immer wieder gab es Versuche, den Spreepark zu retten. Immer wieder ist das missglückt. Doch nun soll es endlich vorwärtsgehen. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) besichtigte am Montag das Gelände im Plänterwald samt Eierhäuschen. Er versprach: „Ende dieses Jahres werden die Räumungsarbeiten beginnen. Wenn die abgeschlossen und sämtliche Altlasten beseitigt sind, wird der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“ Geplant sei ein minimalistisches Nutzungskonzept, zu dem sicher auch Spielmöglichkeiten für Kinder gehören werden.

„Im Rahmen der vorhandenen Finanzen kann es nicht darum gehen, einen vollwertigen Vergnügungspark wiederzubeleben“, sagte Kollatz-Ahnen. Es werde kein Disneyland geben und auch Riesenrad werde man im Spreepark nicht mehr fahren können. Als Denkmal könne er sich das große Karussell aber durchaus vorstellen.

Nutzungskonzept soll vorgestellt werden

Über Details des Nutzungskonzepts werde die Grün Berlin GmbH demnächst informieren, die den Park bewirtschaften soll und unter anderem auch darüber entscheiden wird, ob es mit Veranstaltungen wie „Spuk unter dem Riesenrad“ weitergeht. „Der Nutzungsvertrag wird noch in diesem Jahr unterzeichnet“, sagte Kollatz-Ahnen. Der Finanzsenator geht davon aus, dass jährlich eine sechsstellige Summe für den Unterhalt des Parks fällig wird. Für die Beräumung des Areals hat der Senat bereits drei Millionen Euro bereitgestellt, die Grün Berlin nach der Vertragsunterzeichnung abrufen kann.

Losgehen soll es noch in diesem Jahr auch mit der Sanierung des Eierhäuschens. Geplant ist, das denkmalgeschützte Gebäude bis 2017 fertigzustellen. „Im November wird das gesamte Gebäude mit einem Gerüst umhüllt, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen“, sagte Kollatz-Ahnen. Unter dem Gerüst soll dann mit der Sanierung des Daches begonnen werden. Sieben Millionen Euro hat das Land Berlin für die denkmalgerechte Wiederherstellung des alten Ausflugslokals bereitgestellt. Geplant ist, das Gebäude wieder gastronomisch zu nutzen. Nach einem Pächter wird bereits gesucht.

Ehemaliges Ausflugslokal Eierhäuschen verfällt

Noch sieht das Eierhäuschen allerdings traurig aus. Die Mauern sind mit Graffiti beschmiert, die Fenster mit Stahllatten verschlossen. Auch der Eingangsbereich ist verrammelt. Rings um das Gebäude versperrt ein Bauzaun den Zugang. Feuchtigkeit und Vandalismus haben auch das Innere des Hauses stark beschädigt. Davon betroffen sind die beiden Säle aber auch die in den 1970er Jahren angebaute Veranda. Das alles könne wieder hergerichtet werden, die Substanz des Gebäudes sei gut. Eingezäunt und verrammelt ist auch der angrenzende Spreepark, der mittlerweile seit 18 Jahren geschlossen ist. Um den einstigen Vorzeigevergnügungspark der DDR vor dem endgültigen Verfall zu retten, hatte das Land Berlin vor fast zwei Jahren das Erbbaurecht zurückgekauft. Zwei Millionen Euro zahlte Berlin an die Deutsche Bank, 60.000 Euro erhielt die Familie des früheren Spreeparkpächters Norbert Witte.

Nach dem Rückkauf wurde das gesamte Parkgelände mit einem 2,50 Meter hohen Zaun gesichert. Auch das Riesenrad ist inzwischen eingezäunt, damit niemand mehr dort hochklettern kann. Rund um die Uhr ist außerdem ein Wachdienst im Einsatz. Trotzdem klettern fast täglich junge Leute über den Zaun, um durch das Gelände zu stromern. Die meisten werden durch das Internet auf den Spreepark aufmerksam, der dort als einer der geheimnisvollsten verlassenen Orte Berlins verzeichnet ist. Eine Wachschützerin sagte der Berliner Morgenpost, dass Menschen aus der ganzen Welt kämen, um sich im Park umzusehen. Wer erwischt wird, muss mit einer Strafanzeige rechnen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.