Berliner Flughäfen

Flughafen Tegel bleibt mindestens bis 2018 in Betrieb

Die Regierungsflieger können erst später nach Schönefeld umziehen. Das hat Folgen für die Tegel-Anwohner.

Der Flughafen Tegel muss weiter unter Volllast fahren

Der Flughafen Tegel muss weiter unter Volllast fahren

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Egal, wann der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld eröffnet: Die Anwohner des Flughafens Tegel werden wohl mindestens noch bis 2018 mit Fluglärm rechnen müssen. Schon vor einiger Zeit hatte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) angekündigt, dass Tegel – anders als noch 2012 geplant – nicht zeitgleich mit der BER-Eröffnung geschlossen werde. Statt eines Komplettumzugs von Tegel nach Schönefeld in nur einer Nacht setzen die heutigen Airportbetreiber auf ein schrittweises Hochfahren des BER. So bleibt mehr Zeit, Anlaufschwierigkeiten im Betrieb ohne größere Auswirkungen auf den gesamten Flugverkehr in Berlin in den Griff zu bekommen.

Wie lange dieser Übergangsprozess dauert und welche Airline als letzte nach Schönefeld umzieht, ist bislang noch unklar. Die Baugenehmigung für den BER fordert, dass Tegel spätestens sechs Monate nach der Inbetriebnahme der neuen Start- und Landebahn (Südbahn) in Schönefeld vom Netz gehen muss.

Alter Flughafen wird noch gebraucht

Nun mehren sich die Zeichen, dass diese Frist voll genutzt werden muss. Weil das neue BER-Terminal bereits jetzt zu klein ist, will die Flughafengesellschaft zusätzliche Kapazitäten für die Abfertigung von Passagieren schaffen. Wie berichtet, werden dazu Gebäude des alten Flughafens Schönefeld (SXF) „ertüchtigt“, sogar eine neue Wartehalle (Terminal F) entsteht. Was jedoch zur Folge hat, dass der direkt am SXF-Terminal geplante Regierungsflughafen vorerst nicht gebaut werden kann. Statt- dessen soll es nun auf einem weiter entfernten Gelände (Ramp 1) eine Interimslösung für bis zu fünf Jahren geben.

Nach jetzigem Planungsstand wird das Provisorium zum Empfang von Staatsgästen frühestens in der ersten Jahreshälfte 2018 fertig, erst dann aber können auch die Regierungsflieger von Tegel-Nord nach Schönefeld umziehen. Bislang gibt es für das Interimsgebäude noch nicht einmal einen Bauentwurf, geschweige denn eine Ausschreibung.

Flughafengesellschaft hält an Eröffnungstermin 2017 fest

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat unterdessen neue Spekulationen um den Eröffnungstermin des künftigen Hauptstadtflughafens zurückgewiesen. Trotz eines Rückstands zum Zeitplan von drei bis vier Monaten bleibe das Ziel die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017, sagte ein Sprecher. Die „Bild“-Zeitung hatte aus Planungsunterlagen und Aufsichtsratskreisen über eine mögliche Eröffnung im März 2018 berichtet. Eine Bestätigung des Aufsichtsrats gab es dazu aber nicht.

„Mir sind solche Überlegungen nicht bekannt“, sagte der Vorsitzende des Projektausschusses, der Brandenburger Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider. Ähnlich äußerten sich zwei weitere Aufsichtsräte. „Ob der Zeitplan weiterhin zu halten ist, wird sicherlich auch Gegenstand der nächsten Aufsichtsratssitzung sein“, fügte ein Mitglied hinzu. Die Sitzung ist für den 11. Dezember geplant.

Nachträge zum Bauantrag noch nicht genehmigt

Die Berliner Senatssprecherin Daniela Augenstein sagte: „Nicht jede Spekulation, die in der Zeitung steht, verdient eine Kommentierung.“ Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Aufsichtsratschef hatte nach der letzten Sitzung des Kontrollgremiums vor drei Wochen bekräftigt, dass der Flughafen zum Winterflugplan 2017 in Betrieb gehen soll; das wäre Ende Oktober. Die Verzögerung von drei bis vier Monaten war da schon bekannt.

Letzte Klarheit über den Eröffnungstermin dürfte es im Frühjahr geben. Bis dahin sollen Nachträge zur Baugenehmigung gebilligt werden. Dann sei klar, was auf der Baustelle noch zu erledigen sei, hieß es am Flughafen. Wenige Monate später, im September, wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.