Islamisten

Berliner Polizei verhaftet Werber für „Islamischen Staat“

Im Januar konnten in Berlin zwei radikale Islamisten festgenommen werden. Jetzt wurde einer ihrer Helfer verhaftet.

Erst im September waren Polizisten mit einer Razzia  in Berlin gegen mutmaßliche Unterstützer von islamistischen Kämpfern vorgegangen

Erst im September waren Polizisten mit einer Razzia in Berlin gegen mutmaßliche Unterstützer von islamistischen Kämpfern vorgegangen

Foto: Paul Zinken / dpa

Beamte des Berliner Landeskriminalamtes haben am Mittwoch einen Mann verhaftet, der als Unterstützer der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ (IS) gilt. Dies teilten die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Gegen den 30-Jährigen lag ein Haftbefehl vor, der nun vollstreckt wurde.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden um Gadzhimurad K., einen aus Dagestan stammenden russischen Staatsbürger. Unter dem Pseudonym Murat A. war der Mann in der Vergangenheit als Imam einer Moschee namens Fussilet 33 e.V. aufgetreten, die ihren Sitz in der Perleberger Straße in Moabit hat.

Zuletzt hatte der 30-Jährige durch ein Interview über den IS für Aufsehen gesorgt, dass er im Mai dieses Jahres unter seiner Alias-Personalie Murat A. dem Online-Magazin Medusa gegeben hatte. K. sei nach Angaben der Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, im Internet für die terroristische Vereinigung „Islamischer Staat“ um Mitglieder und Unterstützer geworben zu haben. Außerdem werde gegen den Mann wegen des Verdachts ermittelt, dass er für islamistische Gruppierungen in Syrien hochwertiges Waffenzubehör beschafft zu haben, beispielsweise Nachtsichtgeräte und Zielfernrohre. Die Ermittlungen gegen den Verhafteten dauern an.

Den Ermittlungen zu Folge gilt Gadzhimurad K. zudem als enge Kontaktperson des im Januar 2015 festgenommenen Ismet D., Präsident des so genannten Moscheevereins sowie dessen „Weisenratspräsidenten“ Emin F., so die Staatsanwaltschaft weiter.

Der Haftbefehl gegen den als „Emir von Wedding“ bekannten Ismet D. war Wochen nach der Festnahme im Januar zunächst aufhoben worden und nach einer erfolgreichen Beschwerde der Staatsanwaltschaft wieder in Kraft gesetzt und erneut vollstreckt worden.