Erpressung

Hacker erpresst Dieter Hallervordens Schlosspark Theater

Ein Erpresser hat sich Zugang zum Online-Buchungssystem des Berliner Schlosspark Theaters verschafft. Seine Forderung: Sechs Bitcoins.

Dieter Hallervorden ist der Leiter des Schlosspark Theaters

Dieter Hallervorden ist der Leiter des Schlosspark Theaters

Foto: dpa Picture-Alliance / Eventpress Hoensch / picture alliance / Eventpress Ho

Das Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz wird von einem unbekannten Hacker erpresst. Er verlangt sechs Bitcoins. Die Forderung an die von dem Schauspieler und Komiker Dieter Hallervorden, 80, geleitete Bühne erscheint etwas kurios. Trotzdem ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Erpressung und illegaler Ausspähung von Daten, erklärte Sprecher Martin Steltner am Mittwoch. Der Unbekannte sei an sensible Daten von Kunden des Theaters gelangt, wie etwa Informationen von Kreditkarten- und Bankkontonummern.

Das Schlosspark Theater hat daraufhin die betroffenen Kunden informiert und gleichzeitig sein Online-Zahlungssystem bis auf Weiteres abgeschaltet. „Eine unbekannte Person hat sich Anfang September 2015 unbefugt Zugriff auf den Webserver der von uns beauftragten Firma verschafft“, heißt es in einer E-Mail des Schlosspark Theaters an diejenigen Zuschauer, die ihre Tickets online buchen.

Bankdaten, Anschriften, Telefonnummern ausgespäht

Den Zuschauern wird empfohlen, auf nicht autorisierte Zahlungsbewegungen zu achten. Außerdem wurden sie aufgefordert, das für die Ticketbestellungen benutzte Passwort zu ändern, falls dieses auch bei anderen Diensten genutzt werden sollte, heißt es in der Mail weiter. Der Berliner Datenschutzbeauftragte wurde ebenfalls über den Vorgang informiert.

Die ausgespähten Datensätze enthalten neben den Bankdaten auch Anschriften, Telefonnummern sowie Angaben zur Zahlungsweise. Von dem Hackerangriff betroffen sind nach Angaben des Theaters rund 17.500 Personen.

In einer Bekenner-E-Mail an das Theater habe der mutmaßliche Täter eine Zahlung von sechs Bitcoins gefordert, sagte Martin Steltner der Berliner Morgenpost auf Anfrage. Andernfalls werde er die Daten veröffentlichen. Dieser Wert der digitalen Währung entspricht etwa 1300 Euro. Die Motivation des Verantwortlichen erscheint bislang unklar, kommentierte die Staatsanwaltschaft die ungewöhnliche Forderung. Möglicherweise erfolgte der Angriff vor dem Hintergrund, dass auf diese ungewöhnliche Art auf Sicherheitslücken hingewiesen werden soll.