Flughafen

Aufsichtsratsvize Bretschneider gegen Neustart am BER

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen fordert, das BER-Terminal zu entkernen oder neu zu bauen. Er plädiert auch dafür, Tegel dauerhaft offen zu halten.

Den Hauptstadtflughafen entkernen und im Terminal von vorne beginnen – oder gar neu bauen, dies verlangt nach dem derzeitigen Baustopp der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen. Auch die Grünen sagen: „Es darf keine Denkverbote geben.“ Der BER-Vizeaufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider (SPD) wies diese Forderungen am Sonntag zurück. „Sicher darf es keine Denkverbote geben“, sagte er der Berliner Morgenpost. Aber angesichts des Zeit- und Kostenaufwandes halte ich einen fundamentalen Umbau für einen nicht gangbaren Weg.“

Der CDU-Verkehrsexperte Koeppen hatte sich nach den nicht abreißenden Problemen auf der Baustelle in Schönefeld in einem Interview mit der „B.Z.“ für Konsequenzen ausgesprochen. „Wenn wir wirklich nicht weiterkommen, muss man das Gebäude entweder entkernen ­– das heißt: den Beton stehen lassen und innen alles neu machen – oder man baut wirklich neu. Nach aktuellen Vorschriften und größer als bislang geplant.“ Sein Vorschlag geht noch weiter: „Man kann natürlich auch eine Schnellverbindung Halle/Leipzig bauen und Tegel für Inlands- und Europaflüge modernisieren.“

Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast fordert einen klaren Schnitt. „Wir wollen sehen, ob es nicht vielleicht am Ende günstiger ist, nebenan ein neues Gebäude zu errichten.“ Der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Axel Vogel, pflichtet Koeppen bei: „Es darf um das Terminal keine Denkverbote geben. Möglicherweise wäre eine Entkernung tatsächlich die beste Variante.“

„Ein Offenhalten von Tegel wäre ein Betrug an den Berlinern“

Er spricht sich aber vehement gegen eine Offenhaltung des Flughafens Tegel aus. „Der BER ist nur dadurch legitimiert, dass Tegel nach seiner Eröffnung geschlossen wird und Bürger von Fluglärm entlastet werden“, sagte Vogel. Davon abzurücken, würde dem Planfeststellungsbeschluss die Grundlage entziehen. „Das wäre der offene Betrug an den Berlinern.“

Beim BER-Sonderausschuss im Brandenburger Landtag an diesem Montag wollen CDU und Grüne von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld nicht nur wissen, wie die zu schweren Ventilatoren im Terminal unbemerkt eingebaut werden konnten. Sie interessiert auch, wie die vom Aufsichtsrat beschlossene BER-Erweiterung finanziert werden soll.