Justiz

KaDeWe-Raub: Drei mutmaßliche Täter angeklagt

Der Überfall auf das Luxuskdelkaufhaus kurz vor Weihnachten 2014 war filmreif. Zunächst konnte ein Helfer gefasst werden, dann zwei Drahtzieher.

Knapp neun Monate nach dem Raubüberfall auf das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe sind drei Männer angeklagt worden. Einem 26 und 29 Jahre alten Brüderpaar wird vorgeworfen, Uhren und Schmuck im Wert von rund 817.000 Euro gestohlen zu haben, sagte Gerichtssprecher Tobias Kaehne am Montag der Berliner Morgenpost. Der dritte Angeklagte, ein 27-Jähriger, soll das Fluchtauto für den am 20. Dezember vorigen Jahres ausgeführten Coup bereitgestellt haben. Der 27-Jährige war am 18. März als erster Tatverdächtiger festgenommen worden. Drei andere Verdächtige würden gesondert verfolgt, hieß es.

Das Kaufhaus am Wittenbergplatz wurde vier Tage vor Heiligabend überfallen. Fünf maskierte Männer waren mit einem dunklen Audi A4 Avant über die Ansbacher Straße zum Seiteneingang des Nobelkaufhauses gefahren. Gegen 10.24 Uhr stürmten sie das Geschäft und zertrümmerten mit Hämmern und Äxten die Vitrinen eines Juweliers im Erdgeschoss. Die Räuber hatten Besucher mit Waffen bedroht und 16 von ihnen mit Reizgas verletzt. Nach weniger als eineinhalb Minuten hatten die Kriminellen Uhren der Marke Rolex sowie Schmuckstücke von Chopard zusammengerafft und mit ihrer wertvollen Beute die Flucht angetreten. Laut Anklageschrift wird der Wert der geraubten Ware mit 817.260 Euro beziffert.

Der Überfall wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet, deren Aufnahmen die Polizei im März zu Fahndungszwecken veröffentlicht hatte. Gut eine Woche später kamen mit der Entdeckung des Fluchtwagens und der Festnahme des 27-Jährigen in Gesundbrunnen die Ermittlungen voran. Die Polizei veröffentlichte Fahndungsfotos von Jehad Al-Z., der im April in Griechenland festgenommen wurde. Sein Bruder Khalil war zuvor in Aalen (Baden-Württemberg) gefasst worden, wo er bei Verwandten untergetaucht war.

Die Brüder gelten als Drahtzieher und Haupttäter und gehören einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie an. Seit ihrer Festnahme sitzen die Vorbestraften in Untersuchungshaft. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.