Berlin

Die Grünen wollen neue Bäume für Berlin

170 Millionen Euro wollen die Grünen ausgeben, um Berlin zu begrünen. Es soll auch mehr Fahrradstraße geben.

Für die Grünen-Geschichte, Foto Anker

Für die Grünen-Geschichte, Foto Anker

Foto: Jens Anker / BM

Mehr Straßenbäume, begrünte Dächer, mehr Trinkbrunnen und ein umfassendes Fahrradstraßennetz – mit diesen Forderungen wollen die Grünen die wachsende Stadt lebenswert erhalten. In den kommenden fünf Jahren sollen dafür insgesamt 170 Millionen Euro ausgegeben werden. Mit diesem Paket will die Fraktion in die anstehenden Verhandlungen um den kommenden Haushalt gehen. Auf ihrer Klausurtagung in Nauen beschloss die Fraktion am Freitag ein entsprechendes Papier.

„Derzeit gibt es rund 440.000 Straßenbäume in der Stadt, leider werden es von Jahr zu Jahr weniger“, sagt die Haushaltsexpertin der Fraktion, Clara Herrmann. „Allein im vergangenen Jahr wurden 2088 Bäume mehr gefällt als neu gepflanzt.“ Auch das Netz der Trinkbrunnen soll deutlich ausgebaut werden. Die Brunnen sind jedoch in der Fraktion nicht unumstritten. Andere Abgeordnete ziehen den Ausbau der öffentlichen Toiletten dem Trinkbrunnenbau vor.

Insgesamt 500.000 Quadratmeter Dächer in der Stadt sollen außerdem begrünt werden, um Heizungskosten in den Gebäuden zu senken und die Luftqualität zu verbessern. Weitere sechs Millionen Euro will die Fraktion zur Begrünung von Innenhöfen bereitstellen.

Als Schlüsselprojekt für die nachhaltige Stadtentwicklung stellen die Grünen den Senatsplänen zur Entwicklung des Flughafen Tegels einen eigenen Entwurf entgegen. „Wir dürfen die Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht wiederholen“, sagte Fraktionschefin Antje Kapek. 5000 Wohnungen schlagen die Grünen am Kurt-Schumacher-Damm an der östlichen Seite des Flughafens vor. Anders als der Senat, setzen die Grünen dabei nicht allein auf die städtischen Wohnungsbaugesellschaften, sondern wollen das Gelände vielen neuen Eigentümern überlassen. „Die Wohnungsbaugesellschaften haben keine Erfahrung mehr mit dem Neubau und gar keine Erfahrung damit, Wohnungsneubau mit Gewerbe zu mischen“, sagte Kapek. „Wir stellen uns eine Art Bauausstellung vor, die als Zukunftslabor für Berlin funktioniert.“ So soll eine soziale Mischung bei den künftigen Bewohnern des Quartiers sichergestellt werden.

Bei den anstehenden Haushaltsberatungen drängen die Grünen zudem auf den systematische Ausbau des Radwegenetzes in Berlin, um die Situation auf den Straßen zu entspannen. Im Zentrum der Pläne stehen zwei Radrouten, die die Bezirke Pankow und Schöneberg sowie Charlottenburg und Neukölln verbinden.

Nach dem Vorbild anderer Großstädte soll darüber hinaus eine Fahrradschnellstraße von Steglitz bis Mitte entstehen, auf der die Fahrt ohne Ampelstopp möglich sein soll. Insgesamt 62 Millionen Euro sollen dafür in den kommenden Jahren bereitgestellt werden.