Sommer in Berlin

Berliner Sommerabenteuer, die Sie nicht verpassen dürfen

Vom Freiluftkino bis zu den Gärten der Welt, von der Wasserski-Fahrt bis zur Strandbar - Tipps für den Sommer-Endspurt in Berlin.

Entspannen am Wasser: Wer an den letzten Sommertagen einfach nur chillen möchte, ist an der Spree richtig und kann vom Ufer aus tolle Ausblicke genießen

Entspannen am Wasser: Wer an den letzten Sommertagen einfach nur chillen möchte, ist an der Spree richtig und kann vom Ufer aus tolle Ausblicke genießen

Foto: David Heerde

Das Ende der Schulferien rückt näher. Für viele endet dieser Tage die Urlaubszeit. Wie es sich anfühlt, wenn Sonnenschein und laue Luft grauen Wolken und Wind weichen, konnte man in den vergangenen Wochen erleben.

Deshalb sei daran erinnert, dass einige Vergnügungen, die Berlin bei gutem Wetter bietet, danach aus dem städtischen Veranstaltungsplan verschwinden. Wir haben uns also auf den Straßen, in den Parks und Cafés umgehört und bei jenen, die hier leben, arbeiten oder studieren, Ideen und Antworten auf die Frage gesammelt: Wie und wo lassen sich die vielleicht letzten warmen Tage der Saison behaglich, aufregend oder entspannend verbringen? Mal in der Stadt, mal in der nahen Umgebung.

Mancher Tipp passt als Programmpunkt in ein abwechslungsreiches Wochenende, mancher Vorschlag ist ein kleines Abenteuer für sich. Probieren Sie es einfach selbst aus! Viel Zeit bleibt nicht.

Tretboot fahren auf dem Müggelsee

Daniel Muschiol, 25, aus Neukölln: Wer es in diesem Jahr noch nicht geschafft hat: Der Müggelsee ist immer einen Besuch wert. Ich bin dort besonders gern im Strandbad.

Auch wochenends ist es nie allzu sehr überlaufen – es ist dort einfach gemütlich. Auch wer nicht schwimmen mag: Man kommt am Müggelsee mit allerhand Freizeitangeboten irgendwie immer auf seine Kosten, ob mit einem geliehenen Tretboot oder bei einem Spaziergang. Wer gern angelt, kann dort übrigens wunderbar Karpfen, Zander und Hechte fangen.

Der Müggelsee liegt übrigens im Südosten von Berlin im Bezirk Treptow-Köpenick. Er ist der größte der Berliner Seen und mit Sicherheit auch einer der bekanntesten. Er hat eine Wasserfläche von über 7,4 Quadratkilometern und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Metern die höchsten natürlichen Berliner Erhebungen, entstanden während des Einzeitalters.

Interessant ist auch, dass durch den Müggelsee die Spree fließt, die in diesem Bereich deshalb auch Müggelspree genannt wird.

Strandbad Müggelsee, Fürstenwalder Damm 838, Köpenick, Tel. 648 77 77, geöffnet ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang, Eintritt frei, Spende erbeten, Anfahrt mit Tram 61

Abend-Picknick am Kanal

Bayoule Adebiyi, 25, aus Charlottenburg: Ich lebe seit vier Monaten in Berlin, weil ich an der Technischen Universität studieren will. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal einen Abend am Ufer des Landwehrkanals zu verbringen. Ich habe mich dort in diesem Sommer mit Freunden in der Nähe des Cafés am Neuen See hingesetzt. Da ist viel Platz, um zum Sonnenuntergang ein ausgiebiges Picknick zu machen. So lasse ich gern meine Tage ausklingen. Überhaupt gefällt mir das Sommerwetter hier in Berlin weit besser als daheim in Nigeria.

Landwehrkanal im Tiergarten, Anfahrt etwa mit S5, S7, S75

Eine kleine Reise zum Irrgarten

Lilli Mühle, 11, aus Friedenau: Mir hat es in diesen Sommerferien sehr in den Gärten der Welt gefallen. Das ist vielleicht etwas weit von zu Hause entfernt. Aber wenn man erst einmal da ist, fühlt man sich, als sei man in einem völlig anderen Land. Zum Beispiel in Japan, China oder Italien. Es gibt dort einen großen Irrgarten, in dem wir uns tatsächlich furchtbar verlaufen haben.

Gärten der Welt, Eisenacher Straße 99, Marzahn, Tel. 700 906 699, geöffnet ab 9 Uhr, Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder 1,50 Euro, Anfahrt mit S7, Bus 195

Kultur an der Strandbar Mitte

Melanie Stiewe, 41, aus Charlottenburg: In der Strandbar Mitte hat man das Gefühl, verreist zu sein. Das Essen dort ist ziemlich lecker, ich empfehle Pizza und Weißwein. Außerdem sind Crêpes, Hot Dogs und Joghurt-Eis im Angebot. Man sitzt mit Blick auf die Spree oder schaut den Leuten beim Tanzen zu. Denn es gibt ständig Tanzkurse. Auch das Monbijou-Theater ist immer gut besucht. Es wurde 1994 gegründet. Es ist eines der größten privaten Theater Berlins. Jährlich kommen etwa 100.000 Besucher, um sich dort eine der Vorstellungen anzuschauen. Das Theater hat zwei Spielstätten, das Amphitheater und die Märchenhütten im Monbijoupark. Außerdem bietet es im Sommer auch tägliche Tanzabende an der Strandbar an.

Strandbar Mitte, Monbijoustraße 3, Mitte, Tel. 28 38 55 88, täglich ab 10 Uhr, Pizza ab 13 Uhr, Theaterprogramm und Informationen zu Tanzkursen unter monbijou-theater.de, S5, S7, S 75

Joggingstrecke zum Teufelsberg

Michael von Bernstorff, 39, aus Wilmersdorf: Wer gerne läuft und es noch nie ausprobiert hat: Frühmorgens zum Teufelsberg zu laufen, ist ein herrliches Erlebnis. Man kann zuvor eine beliebig ausgedehnte Strecke durch den Wald wählen, kommt die Teufelsseechaussee entlang, überquert den Parkplatz und zuletzt geht es steil bergauf. In welchem Tempo man die Treppen nimmt, hängt ganz vom Läufertyp ab. Ich selbst werde erst wieder 2016 am Berlin-Marathon teilnehmen. Die Belohnung für die Mühe ist dann der Blick auf das morgendliche Berlin. Für einen Spaziergang ist dieser Trümmerberg auch genau das Richtige. Hundehalter sind dort gern unterwegs. Sie lassen ihre Tiere dort frei laufen.

Teufelsberg, Anfahrt zum Beispiel mit der S5

Schön essen und Musik hören

Dorian Kanitz, 28, aus Potsdam: Zu einem schönen Sommer-Sonntag gehört der Village Market in Friedrichshain. Dort kann man eine Menge Speisen probieren, die es nicht überall gibt. Das ist ein guter Ausflugsort, wenn man Besuch bekommt und zeigen will, was es alles gibt in Berlin. Gut sind die chinesischen Hefetaschen, das Pulled Pork und die Ribs. Man zahlt etwa sechs Euro pro Gericht. Die Anbieter der Speisen wechseln von Woche zu Woche, und das Publikum im Market ist meist jung, die Hipster-Dichte ist hoch. Man kann dort viele Stunden verbringen, denn es gibt einen DJ und unterschiedliche Live-Musik. Eltern sind dort gern, weil es einen Bereich für Kinder gibt.

Village Food Market, Revaler Straße 99, Friedrichshain, immer sonntags zwischen 12 und 22 Uhr. Welche Anbieter und Bands jeweils dabei sind, erfährt man kurz vor dem Wochenende auf facebook.com/neueheimatBLN, Anfahrt S5, S7, S75

Auf Wasserskiern über den See

Paulina Kaczynska, 29, aus Hohen Neuendorf: Nachdem ich von Berlin ins Umland gezogen bin, habe ich dort die Wasserski-Anlage Wet & Wild entdeckt. Am Bernsteinsee in Velten kann man lernen, wie das funktioniert, es gibt dort auch ständig kleine Lehrgänge. Man muss aber nicht Ski fahren, sondern kann auch einfach nur die Bar besuchen und die köstlichen Hamburger, die dort angeboten werden, probieren.

Wet & Wild, Am Bernsteinsee 1, Velten, Tel. 03303 40 01 45, wakeboard-berlin.de, wochentags ab 11 Uhr, am Wochenende ab 13 Uhr, zwölf Runden 25 Euro, eine Stunde Erwachsene 19 Euro

Kino gucken unterm Himmel

Pia Schumann, 27, aus Moabit: Im Freiluftkino Rehberge fühlt man sich einfach wohl. Es ist mitten im Park und richtig schön groß – genau wie die Leinwand. Für die Zuschauer liegen Decken bereit, das Verkaufshäuschen ist sehr hübsch mit Lichterketten dekoriert, und zum Rauchen kann man sich bei der Vorstellung zurückziehen. In diesem Jahr hat das Kino sogar die ganze Saison von Montag bis Sonntag jeden Abend geöffnet.

Freiluftkino Rehberge, Windhuker Straße Ecke Petersallee, Wedding, Kasse öffnet 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, 7 Euro, 5er-Karte 27,50 Euro, 10er-Karte 50 Euro, U 6 Rehberge