Prozess

Fünf Jahre Haft für fünf Kilo Haschisch

Per Luftpost hatte sich eine Berlinerin fünf Kilo Haschisch aus Nepal schicken lassen. Dafür muss sie jetzt fünf Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

Eine 33-Jährige muss nach einem Schmuggel von Haschisch per Luftpostpaket aus Nepal für fünf Jahre und zwei Monate hinter Gitter. „Sie ist nicht in eine Dummheit hineingestolpert, die Angeklagte hat aktiv mitgewirkt“, befand das Berliner Landgericht am Donnerstag. Die Landschaftsarchitektin habe sich selbst als „Chefsekretärin“ der Gruppierung bezeichnet und ein Paket aus Nepal mit fast fünf Kilogramm Haschisch in Empfang nehmen wollen. Die Frau sei des bandenmäßigen Drogenhandels sowie der Beihilfe dazu schuldig.

Die Angeklagte aus dem Stadtteil Friedrichshain hatte sich nach Überzeugung der Richterin etwa im Dezember 2014 einer international agierenden Bande angeschlossen. Den mutmaßlichen Drahtzieher habe die Frau, die Liebeskummer hatte und sich allein fühlte, kurz zuvor kennengelernt. „Es entwickelte sich eine intensive Beziehung, die auf den Drogenhandel gerichtet war“, hieß es im Urteil.

Die Angeklagte habe Wohnungen angemietet, Flüge für den aus England stammenden Hintermann gebucht sowie Gelder an ihn überwiesen, stand für die Richter fest. „Sie hat im Rahmen des Drogenhandels um diesen Mann keine untergeordnete Rolle gespielt.“ Ein 18 Kilogramm schweres Paket aus Nepal, das als Teelieferung getarnt war und im Februar an die Angeklagte gehen sollte, sei in Frankfurt am Main vom Zoll gestoppt worden. Fast fünf Kilogramm Haschisch wurden entdeckt.

Die nicht vorbestrafte Frau hatte ein Teilgeständnis abgelegt. In einer persönlich für sie schwierigen Zeit habe sie den Engländer kennengelernt, der ihr sympathisch gewesen sei und ihr auch Drogen gegeben habe. „Er fing dann an, mich um Gefallen zu bitten“, erklärte die Ingenieurin und gab eine Beihilfe zu. Damals sei sie davon ausgegangen, „dass das Ganze nicht so schlimm ist“.

Mit dem Urteil entsprachen die Richter dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert.