Stadtautobahn

Halenseestraße voraussichtlich schon am Freitag wieder frei

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Steffen Pletl
Arbeiter entfernen unter der Halenseebrücke die Deckenkonstruktion, die ein Lkw beschädigt hatte

Arbeiter entfernen unter der Halenseebrücke die Deckenkonstruktion, die ein Lkw beschädigt hatte

Foto: Steffen Pletl

Die parallel zur A100 führende Halenseestraße ist wegen der beschädigten Brücke noch immer gesperrt. Nun hat sich der Lkw-Fahrer gestellt.

Der Verursacher des Unfalls, bei dem die Bahnunterführung an der Halenseestraße beschädigt wurde, hat sich bei der Polizei gemeldet. Nach deren Angaben ist der 46-Jährige am Mittwochabend kurz nach der Veröffentlichung eines Zeugenaufrufs auf einem Polizeiabschnitt in Lichterfelde erschienen. Dort hat er gegenüber den Beamten angegeben, dass er den Unfall an der Halenseestraße am Montag mit seinem Lkw verursacht hat.

Weitere Angaben über den für ein Transportunternehmen tätigen Mann gibt es derzeit nicht. Indes dauern die Ermittlungen der Polizei zu dem Verkehrsunfall Anfang der Woche an, bei dem niemand verletzt worden ist.

Der Schaden an der Unterführung ist aber beträchtlich: Ein Mitarbeiter der Bahn beziffert ihn auf mehr als 50.000 Euro. Ungeachtet der weiteren Arbeit der Polizei könnte die Halenseestraße in Richtung Messedamm nun doch bereits an diesem Freitag um 16 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben werden. Das sagte am Donnerstag ein Mitarbeiter der Bahn der Berliner Morgenpost. Er hatte kurz zuvor den Fortgang der Arbeiten an der Bahnunterführung überprüft. Voraussetzung ist aber, dass auch Polizei und das Land Berlin nach Prüfung aller technischen Parameter dieser „Wiedereröffnung“ zustimmen. Autofahrer könnten dann nicht erst am Montag die Halenseestraße in Richtung Messegtelände wieder nutzen.

Lauter Knall, große Staubwolke

Die Sperrung der Bahnunterführung und damit der stark befahrenen Straße wurde am Montag notwendig, nachdem durch ein Fahrzeug Teile der Tunneldecke beschädigt worden waren. Arbeiter einer benachbarten Baustelle an der Halenseestraße hatten gegen 12.40 Uhr zunächst einen lauten Knall gehört. Anschließend sahen sie eine große Staubwolke aus Richtung der Bahnunterführung. Kurz darauf sei ein Lastwagen aus dem etwa 50 Meter langen Tunnel gefahren und habe seine Fahrt zum Messedamm fortgesetzt, so die Arbeiter. An die Unglücksstelle geeilt fanden sie Teile der Brücke auf der Fahrbahn und alarmierten die Polizei.

Eine erste Begutachtung des Bauwerks durch einen Sachverständigen ergab, dass aus Sicherheitsgründen nicht nur die Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden musste. Auch eine Umleitung des Zugverkehrs war bis zur Klärung der Stabilität des Bauwerkes notwendig.

Doch während der Bahnverkehr kurze Zeit später nach einer erneuten Inspektion durch Fachleute wieder freigegeben werden konnte, blieb die Unterführung für den Autoverkehr gesperrt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer durften sie nutzen. Der Lkw hatte auf der gesamten Länge der Unterführung die Deckenkonstruktion aufgerissen. Zahlreiche Platten lagen auf der rechten Fahrbahn der zweispurigen Straße. An der Einfahrt ist immer noch in mehr als 4,50 Meter Höhe deutlich der durch den Lkw verursachte Abbruch der Betonkante zu sehen.

Nicht länger als eine Stunde arbeiten

Eine Spezialfirma aus Lauchhammer führt derzeit die notwendigen Sicherungsarbeiten an der Bahnunterführung durch. Alle Deckenplatten, die über den zwei Fahrspuren angebracht waren, wurden abmontiert. Da die in den 70er-Jahren in den Platten verarbeiteten Materialien nicht eindeutig bekannt waren, trugen die Bauarbeiter vorsorglich Spezialanzüge. „Bei diesen Temperaturen kann man nicht länger als eine Stunde arbeiten. Dann heißt es, Pause machen“, sagte einer der Arbeiter am Donnerstag.

Mit einem Trennschleifer ausgestattet, schneiden sie auf einer Hubbühne stehend nach und nach die aus Aluminium bestehenden Träger aus dem Beton. „Es ist laut, staubig, und zudem flattern ständig aufgeschreckte Tauben um einen herum“, berichtete ein Arbeiter. Die Tauben hatten in den zahlreichen Hohlräumen zwischen Betondecke und den Deckenplatten über Jahre hinweg einen sicheren Unterschlupf. Doch das ist jetzt vorbei. Vorerst bleibt die Tunnelunterführung ohne Zierde.

Komplettsanierung geplant

Die Bahn plant eine Komplettsanierung der in den 70er-Jahren gebauten Bahnüberführung, die über die Halenseestraße führt. Hierzu müssen jedoch erst die Baupläne erstellt, Genehmigungen eingeholt und schließlich auch geeignete Baufirmen gefunden werden. Ein Vorhaben, das also erst in ein paar Jahren aktuell wird. Bis dahin wird es die Autofahrer kaum stören, dass die Brückendecke kahl bleibt. Hauptsache, sie können bald wieder ungehindert in Richtung Messedamm fahren.