Sommerbaustellen

Baustellen und Sperrungen - A100 bleibt Stau-Falle

Auf der Berliner Stadtautobahn A100 geht es in den Sommerferien für Autofahrer kaum voran. Und das bleibt auch weiter so.

Dicht an dicht stehen Autos im Stau auf der Stadtautobahn A100 in Berlin

Dicht an dicht stehen Autos im Stau auf der Stadtautobahn A100 in Berlin

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Die verkehrsarme Zeit während der Ferien werde für dringend notwendige Straßensanierungsarbeiten genutzt, teilte die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) des Senats am Wochenende auf ihrer ständig aktualisierten Internetseite mit. Wegen Bauarbeiten sei derzeit vor allem die Stadtautobahn A100 zwischen dem Dreieck Funkturm und der Abzweigung Steglitz betroffen, hieß es.

Was in Berlin unter verkehrsarmer Zeit zu verstehen ist, wurde dann am Montag deutlich. Die Stadtautobahn war voll und die Länge der Rückstaus erreichte während des ganzen Tages Rekordwerte.

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Der Grund dafür ist ein Richtungswechsel auf der Großbaustelle zwischen den Anschlussstellen Kurfürstendamm und Schmargendorf in der Nacht zu Montag. Bis dahin stand in südlicher Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung, nach dem Richtungswechsel geht es jetzt in nörlicher Richtung nur einspurig weiter. Und das bis zum kommenden Sonntag.

So lange bleiben zudem auch die Anschlussstellen Kurfürstendamm und Abzweigung Steglitz in nördliche Richtung gesperrt, für die Anschlussstelle Hohenzollerndamm gilt das noch eine Woche länger. Bereits am Montag waren die Auswirkungen für Tausende leidgeprüfte Autofahrer spürbar. Vor mehreren Anschlussstellen zur Stadtautobahn bildeten sich lange Fahrzeugschlangen, auf der A100 reichte der Rückstau in nördlicher Richtung gar kilometerweit bis zum Schöneberger Kreuz.

Größere Entspannung der Verkehrssituation im Westen und Südwesten der Stadt ist auch danach nicht zu erwarten. Ab dem 16. August stehen zwar auf der Stadtautobahn wieder zwei Fahrstreifen zur Verfügung, dafür bleiben allerdings im Bereich Dreieck Funkturm zwei weitere Anschlussstellen (ICC und Halensee) bis zum Ende des Monats gesperrt. Zudem ist der Verkehr in südlicher Richtung von Teilsperrungen zwischen der Gradestraße und dem Britzer Tunnel betroffen.

200.000 Autofahrer betroffen

Betroffen von diesen Baumaßnahmen und Sperrungen sind zwischen 180.000 und 200.000 Verkehrsteilnehmer. So viele nutzen täglich die Stadtautobahn, wie Zählungen im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ergeben haben. Und auf die könnten weitere Sperrungen zukommen. Experten befürchten, dass es auf älteren Autobahnabschnitten aufgrund der Hitze zu sogenannten Aufwölbungen kommen könnte, die sofort behoben werden müssen und damit weitere kurzfristige Baustellen zur Folge haben.

Zudem wird bereits am kommenden Wochenende wieder am Autobahnkreuz Zehlendorf gebaut. Stadtauswärts steht dabei auf der A115 Richtung Nuthetal nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Und die Zufahrt von Wannsee aus auf die A115 bleibt komplett gesperrt. Wie bereits vor zwei Wochen, als die Bauarbeiten am Kreuz Zehlendorf begannen, ist auch dann wieder mit Rückstaus über die gesamte Länge der Avus und auf Teilen der B1 zu rechnen.

Aufatmen konnten dafür am Montag die zahlreichen Berufspendler, die die Bundesstraße 1 im Osten der Stadt benutzen. Seit Mitte Juli war die Bundesstraße im Bereich Alt-Kaulsdorf wegen der Folgen eines Wasserrohrbruchs zunächst vollständig und dann halbseitig in stadtauswärts gesperrt. Montagnachmittag konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Und das sogar einen Tag früher als geplant.

Von einem völligen Verkehrschaos wurden hingegen die Autofahrer auf der wichtigen innerstädtischen Ost-West-Tangente Invalidenstraße am Montag heimgesucht. Gleich fünf Baustellen hatten sie hinter der Abzweigung Alt-Moabit, im Bereich des Hauptbahnhofes und vor der Chausseestraße zu passieren. Im morgendlichen Berufsverkehr war dies kilometerweit ausschließlich im Schritttempo möglich, unterbrochen nur von regelmäßigem Stillstand.

Der droht bis Ende August auch Autofahrern, die in Nord-Süd-Richtung unterwegs sind. Vor allem auf der Chausseestraße stehen Arbeiten an der Straßenbahntrasse an.

Bauarbeiten auch bei der S-Bahn

Der obligatorische Rat an gestresste Autofahrer, auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen, ist zumindest für Pendler nur sehr bedingt Erfolg versprechend. Denn auch bei der S-Bahn gibt es zahlreiche Sperrungen wegen Bauarbeiten. Seit Montagmorgen fahren auf der S1 und der S8 bis zum 31. August zwischen Frohnau und Mühlenbeck sowie zwischen Mühlenbeck-Mönchmühle und Birkenwerder Busse statt Bahnen, wie die S-Bahn am Montag mitteilte.

Bereits am Freitag wurde der Schienenersatzverkehr auf der S2 ausgeweitet und betrifft bis zum 31. August den Abschnitt zwischen Blankenfelde und Lichtenrade. Auf der S41, S42, S45, S46 und S47 verkehren bis Ende August zwischen Bundesplatz und Halensee Busse statt Züge. Auf der Strecke der S5 zwischen Strausberg-Nord und Strausberg (Märkisch-Oderland) fahren nach Angaben der S-Bahn Berlin bis zum 28. September Busse.