Sportevent

Makkabiade ist "ein starkes Zeichen der Versöhnung"

Anlässlich des größten jüdischen Sportereignisses in Europa hat Bürgermeister Frank Henkel zum Empfang ins Rote Rathaus geladen.

Empfang im Roten Rathaus: Mordechai Tichauer, Bürgermeister Frank Henkel, LSB-Präsident Klaus Böger, Alon Meyer, Leo Dan Bensky (v.l.)

Empfang im Roten Rathaus: Mordechai Tichauer, Bürgermeister Frank Henkel, LSB-Präsident Klaus Böger, Alon Meyer, Leo Dan Bensky (v.l.)

Foto: Andreas Abel

Berlins Bürgermeister Frank Henkel ist jetzt auch ein Makkabäer, sogar ein ausgezeichneter. Für seine Verdienste um die 14. Europäischen Makkabi Spiele überreichte ihm Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, am Mittwochabend eine Goldmedaille. Der Innen- und Sportsenator hatte im Namen der Landesregierung rund 150 Gäste aus Sport, Politik und Gesellschaft zu einem Empfang anlässlich des größten jüdischen Sportereignisses in Europa ins Rote Rathaus eingeladen.

Unter den Gästen waren der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, Landessportbund-Präsident Klaus Böger, der Gesandte-Botschaftsrat der USA, James A. Boughner, Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski, Abgeordnetenhaus-Vizepräsident Andreas Gram, der Präsident des Makkabi-Weltverbandes, Leo Dan Bensky sowie Mordechai Tichauer, Chairman der 14. Europäischen Makkabiade und deren Organisator Oren Osterer.

Biker fuhren die Fackel nach Berlin

Moderatorin Andrea Kiewel erinnerte daran, dass die Spiele in einem besonderen Jubiläumsjahr zum ersten Mal in Berlin stattfinden. Vor 50 Jahren nahmen Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen auf, vor 50 Jahren wurde Makkabi Deutschland gegründet. In einem bewegenden Kurzfilm sahen die Gäste dann, wie im Jahr 1931 Motorradfahrer die Botschaft vom größten internationalen Sportfest in die Welt trugen, das dann schließlich im darauffolgenden Jahr in Tel Aviv erstmals stattfand. Und 84 Jahre später waren es wieder Biker, die die Fackel für das Makkabi-Feuer von Israel quer durch Europa nach Berlin brachten. Sie waren ebenfalls am Mittwoch Gäste des Empfangs.

Es sei ein besonderes Symbol, wenn 2300 jüdische Sportler aus 36 Ländern sich dort zu Wettkämpfen treffen, wo jüdische Sportler 1936 von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden“, sagte Henkel in seiner Rede. Es sei ein großer Grund zur Freude und ein starkes Zeichen der Versöhnung und ds Vertrauens, dass die Organisatoren der 14. Makkabiade Berlin ausgewählt hätten. Hier lebten Menschen aus rund 200 Nationen, keine andere Stadt stehe so für ein neues Deutschland wie Berlin, so der Bürgermeister. Und schließlich sei Berlin derzeit für viele junge Menschen aus aller Welt und insbesondere aus Israel „the place to be“.

Die Vergangenheit überwunden

„Wir haben die Vergangenheit überwunden und empfangen die Gäste mit offenen Armen“, erklärte Henkel. „Der jüdische Sport gehört zu unserer Stadt und hat eine große Tradition.“ Und die Versöhnung Deutschlands und Israels habe Maßstäbe gesetzt für die Versöhnung mit den jüdischen Gemeinden in aller Welt.

Landessportbund-Präsident Klaus Böger schilderte seine bewegende Begegnung mit Margot Friedlander bei der Eröffnungsfeier tags zuvor in der Waldbühne. Die heute 93-Jährige konnte sich vor den Nazis verstecken, emigrierte in die USA und kehrte im hohen Alter nach Berlin zurück. Margot Friedlander habe die Eröffnungsfeier trotz der harten Bänke in der Waldbühne nicht vorzeitig verlassen wollen. Anschließend, so Böger, habe sie gesagt: „Ich bin so glücklich, dass ich das noch erleben durfte.“ Böger rief den Makkabi-Vertretern zu: „Wir sind stolz und dankbar, dass wir Gastgeber für Sie sein dürfen.“

„Alle sind happy, hier zu sein“

Er habe schon die Schwimmer und Fechter aus den USA sowie die Fußballer aus Mexiko beim Training besucht, sagte Henkel der Berliner Morgenpost. Und natürlich machte sich der Innensenator dabei auch ein Bild von der Sicherheitslage. „Alle sind happy, hier in Berlin zu sein, keiner hat Angst“, schilderte Henkel seine Begegnungen mit den Athleten. Er wolle sich, wenn es zeitlich möglich ist, gern einige Wettkämpfe ansehen, vor allem das Freundschaftsfußballspiel mit den DFB All-Stars.