Nahverkehr

Berlin streicht S-Bahn wegen Streiks 11,5 Millionen Euro

Der Senat kann für nicht erbrachte Verkehrsleistungen Geld einbehalten. Davon macht er im Fall des Lokführer-Streiks nun Gebrauch.

Das Land Berlin kürzt wegen der Lokführerstreiks seine Zuschüsse für die S-Bahn voraussichtlich um 11,5 Millionen Euro. Diese vorläufige Summe ergebe sich aus Berechnungen zu den Streikfolgen wie Zugausfällen und Verspätungen, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Martin Pallgen. Für 2014 errechnete die Verwaltung einen finanziellen Schaden von 6,8 Millionen Euro und für dieses Jahr von 4,7 Millionen Euro.

Hintergrund ist der geltende Verkehrsvertrag: Demnach kann der Senat für nicht erbrachte Verkehrsleistungen Geld einbehalten. Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatten im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn den bundesweiten Zugverkehr einschließlich der S-Bahnen neunmal bestreikt.

Sechs Streikaktionen, davon zwei Warnstreiks, entfielen auf das Jahr 2014. Drei weitere Streiks folgten im April und im Mai 2015. Ohne Abzüge zahlt Berlin der S-Bahn jährlich ein Bestellerentgelt von 236 Millionen Euro.

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