Pilotprojekt

Spielstraße - Kein Herz für Kinder in Prenzlauer Berg

Eine Anwohnerin will Berlins erste temporäre Spielstraße stoppen. Dem Verwaltungsgericht liegt eine einstweilige Verfügung vor.

Ein Teilstück der Gudvanger Straße ist  als Spielstraße ausgewiesen, eine Anwohnerin klagt dagegen

Ein Teilstück der Gudvanger Straße ist als Spielstraße ausgewiesen, eine Anwohnerin klagt dagegen

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Berlins erste temporäre Spielstraße in Prenzlauer Berg ist ein Fall für die Justiz. Wie der Sprecher des Berliner Verwaltungsgerichts der Berliner Morgenpost auf Nachfrage am Montag bestätigte, liegt der 11. Kammer des Gerichts eine einstweilige Verfügung vor, das Pilotprojekt in der Gudvanger Straße zu stoppen. Mit einer Entscheidung sei frühestens nächste Woche zu rechnen.

Hintergrund des Rechtsverfahrens ist offenbar unter anderem die für die Spielstraße erfolgte stundenweise Sperrung der Parkplätze. Nach einem Bericht der „Bild“- Zeitung will eine Anwohnerin, die in dem einzigen Mietshaus der Straße wohnt, die Spielstraße auf juristischem Weg wieder abschaffen. Wie die Morgenpost bereits berichtete, ist ein etwa 40 Meter langes Teilstück der Gudvanger Straße seit Ende Mai jeweils jeden Dienstag von 10 bis 18 Uhr im Rahmen einer Sondernutzung als Spielstrecke ausgewiesen. Die temporäre Spielstraße ist als Modellprojekt zunächst bis Oktober geplant.

Klägerin bezweifelt Notwendigkeit

Die Klägerin zweifelt offenbar die Notwendigkeit der Spielstraße an, da es ihrer Ansicht nach in der Umgegend ausreichend Spielmöglichkeiten für Kinder gebe. Als Beleg führe sie die nach ihrer Ansicht geringen Besuchszahlen der immer dienstags stattfindenden Veranstaltung an. Auch werde in der Antragsschrift bezweifelt, dass es sich bei den Spieltagen tatsächlich um eine Veranstaltung handle.

Ordnungsamtstadtrat Torsten Kühne (CDU) hatte bereits in der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von einer Beschwerde berichtet, bei der ihm eine Unterschriftenliste gegen die temporäre Spielstraße übergeben wurde.