Sommer in Berlin

Vollere Rettungsstellen und volle Bäder - Sommer in Berlin

Der Deutsche Wetterdienst hat auch für Berlin eine Hitzewarnung herausgegeben. Vom Hitzeschlag bis zum Fischsterben - die Folgen.

30 Grad, 33 Grad, 36 Grad und mehr - die Temperaturen in Berlin sollen bis zum Wochenende täglich weiter steigen. Wie der Deutsche Wetterdienst meldet, ist es am Donnerstag hochsommerlich „mit viel Sonnenschein und weiter steigenden Temperaturen“. Dabei, so die Meteorologen, nehme die Wärmebelastung allgemein zu, „in Teilen West- und Südwestdeutschlands ist sogar mit einer extremen Wärmebelastung zu rechnen“. Die Höchstwerte liegen zwischen 30 Grad in Ostholstein und 39 Grad im Rheintal.

Für Freitag hat der DWD für ganz Deutschland eine Hitzewarnung herausgeben. Sie gilt zwischen 11 und 19 Uhr. "Am Freitag wird bei Gefühlten Temperaturen über 32 Grad eine starke Wärmebelastung erwartet", heißt es.

Man sollte sich also ein schattiges Plätzchen suchen - vielleicht unter einem Straßenbaum. Davon wurden in diesem Frühjahr rund 600 neu gepflanzt, wie Derk Ehlert, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, sagte. Beim Gießen der Bäume heißt es Klotzen statt Kleckern: „Bei der Hitze sollte man nicht jeden Tag ein bisschen wässern, sondern ab und zu drei bis vier Zehn-Liter-Eimer auf einmal geben“, sagte Ehlert.

Hitzeschlag und Sonnenbrand - Rettungsstellen rechnen mit mehr Patienten

Flüssigkeitsmangel droht auch bei Menschen: Die Rettungsstellen machen sich zunehmend auf „ausgetrocknete“ Patienten und Fälle von Hitzschlag und starkem Sonnenbrand gefasst. Dauere die Hitze an, kämen vermehrt ältere Patienten und Kleinkinder in die Ambulanzen, teilte eine Sprecherin der DRK Kliniken mit. „Wir bereiten uns vor, indem wir beispielsweise mehr Trinkwasser und Infusionslösungen bevorraten.“

Bäderbetriebe wollen Öffnungszeiten verlängern

In Freibädern dürfte es nun von Tag zu Tag voller werden: Die Bäderbetriebe kündigten bereits an, Service-Personal aufzustocken und die Öffnungszeiten etwa am Insulaner, in Mariendorf, Pankow und im Olympiastadion bis einschließlich Sonntag auszuweiten.

Alternative: Den Weg zu Seen und Badestellen weist die Tourismus-Werbeagentur Visit Berlin mit einer Karte im Stil des Plans für den Berliner Nahverkehr. Das Bild ist ein Hit in sozialen Medien, denn zuletzt hatten ähnliche Karten dort Fans gefunden: Auf ihnen waren statt Haltestellen etwa Bars, Burger-Restaurants oder gar Dealer verzeichnet.

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BUND befürchtet weiteres Fischsterben

Für Fische in freier Natur sind die Temperaturen eher schlecht: Ein Fischsterben wegen Sauerstoffmangels wie Mitte Juni könne sich bei anhaltender Hitze und Trockenheit wiederholen, sagte eine Sprecherin des BUND in Berlin.

Die Hitze lässt den Wasserverbrauch in Deutschland in die Höhe schießen. Bis zu 50 Prozent mehr Trinkwasser fließe bei Temperaturen um 30 Grad aus den Wasserhähnen. Das sagte Marten Eger, Vorsitzender des Fachbereichs Wasserwirtschaft im Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE).

Im Schnitt verbrauchen die Menschen in den westlichen Bundesländern rund 120 Liter Trinkwasser täglich, im Osten sind es laut Eger nur 90 Liter pro Einwohner und Tag - auch weil die Verbraucher im Osten „preissensibler“ seien.

19 Trinkbrunnen in Berlin

Wer unterwegs durstig wird, findet inzwischen an 19 Orten einen Trinkbrunnen, aus dem stets kühles Wasser sprudelt. Zu verdanken sind sie Läufern, die ihre bei offiziellen Berliner Veranstaltungen zurückgelegten Kilometer „spenden“. Pro 10.000 geben die Berliner Wasserbetriebe einen neuen Brunnen aus - insgesamt fünf pro Jahr, wie das Unternehmen mitteilte.

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