Berliner Mietspiegel

5,84 Euro im Schnitt – Mieten in Berlin steigen um 30 Cent

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Foto: Reto Klar

Der neue Mietspiegel 2015 zeigt, dass die Mieten in Berlin weiter steigen, allerdings geringer als befürchtet. Senator Geisel ist sicher, dass der Mietspiegel ein bewährtes Instrument sei.

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) hat am Montag den Berliner Mietspiegel 2015 vorgestellt. Demnach sind die Bestandsmieten gegenüber dem letzten Mietspiegel 2013 um jährlich 2,7 Prozent von 5,54 € pro Quadratmeter auf 5,84 Euro nettokalt getiegen.

Die Mietsteigerungen sind damit geringer ausgefallen, als befürchtet, sagte Geisel. Obwohl nicht alle Vermieterverbände den Mietspiegel 2015 als qualifizierten Mietspiegel anerkannt hätten, sei er sich sicher, dass sich der neue Mietspiegel als bewährtes Instrument zum Erhalt des sozialen Mietfriedens in Berlin erweisen werde.

Der Wohnungsmarkt in Berlin bleibe angespannt, sagte Geisel weiter. Das Mietniveau in der Hauptstadt liegt dabei deutlich unter dem anderer Großstädte: In München zahlt man mit 10,73 Euro fast doppelt so viel. Auch in Hamburg müsse man mit 7,56 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen, sagte Geisel. Dort sind allerdings auch die Einkommen höher.

Der Berliner Mietspiegel ist Vorbild für viele andere Städte. Er liefert alle zwei Jahre eine Übersicht über ortsübliche Vergleichsmieten für mehr als 1,3 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin. Zuletzt stiegen die Mieten demnach jährlich im Schnitt um 2,7 Prozent. Der vorherige Mietspiegel hatte noch ein Plus von 3,1 Prozent ausgewiesen.

Geisel forderte bundesweit einheitliche Kriterien für die Erstellung von Mietspiegeln. Er könne nicht ausschließen, dass Gerichte auch künftig einzelne Aspekte des Zahlenwerks infragestellten, sagte Geisel am Montag. Eine einheitliche Systematik sei sinnvoll, um Mietern und Vermietern eine verlässliche Orientierung zu geben.

Ein Berliner Amtsgericht hatte den bislang gültigen Mietspiegel in der vergangenen Woche für rechtswidrig erklärt. Es gebe aber auch genau anderslautende Urteile des gleichen Gerichts, betonte Geisel.

Autoren verteidigen Berliner Mietspiegel 2013

Mietspiegel dienen als Richtschnur bei Mieterhöhungen. Sie sollen künftig auch die Grundlage für die Mietpreisbremse bilden, die in Berlin am 1. Juni in Kraft tritt. Das Berliner Zahlenwerk galt bislang als vorbildlich für andere deutsche Städte.

Unterdessen verteidigen die Autoren des Berliner Mietspiegel 2013 ihr Werk. „Die Berliner Gerichte haben den immer nach derselben Methodik erstellten Mietspiegel jahrelang als wissenschaftlich akzeptiert“, teilte das Hamburger Institut F+B am Montag mit. Das Amtsgericht, das den Mietspiegel in der vergangenen Woche kippte, sei der Einzelmeinung eines Gutachters gefolgt. Weder von F+B noch von der zuständigen Senatsverwaltung seien ergänzende Stellungnahmen eingefordert worden, hieß es. Man halte daran fest, dass der Mietspiegel nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden sei.

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( ij )