Aldi

Bananenkisten mit mehr als 350 Kilogramm Kokain entdeckt

Rekordverdächtiger Fund: In mehreren Aldi-Filialen in Berlin und dem Umland sind rund 350 Kilo Rauschgift in Bananenkisten gefunden worden. Im Januar 2014 hatte ein ähnlicher Fund für Aufsehen gesorgt.

Foto: Steffen Pletl

Der Kokainfund in einer Bananenlieferung für den Discounter Aldi am Montag in Berlin erreicht inzwischen eine rekordverdächtige Dimension.

Nach derzeitigem Stand sind in 13 Filialen und einem Zentrallager in Berlin und Brandenburg offenbar bereits mehr als 350 Kilogramm des Rauschgifts entdeckt worden. Eine Durchsuchung der Restcharge im Moabiter Großmarkt an der Beusselstraße ergab zunächst keine weiteren Funde, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag der Berliner Morgenpost. Der Marktwert liegt laut Polizei bei rund 15 Millionen Euro, der Verkaufswert sogar bei 60 Millionen Euro. Vor dem Verkauf wird das Rauschgift meist noch gestreckt.

Erste Proben der suspekten Funde würden derzeit noch von Kriminaltechnikern des Landeskriminalamtes untersucht, um sicherzustellen ob es sich tatsächlich um die aufputschende Droge handelt. Die Bananenlieferung stammte nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Neuendorf aus dem Hamburger Hafen und kam von dort auf dem Landweg nach Berlin.

Das Kokain wurde von Angestellten der Supermärkte entdeckt, als sie die Kartons öffneten und die Bananen auspackten. Zum Teil lagen nur Drogenmengen von jeweils einem Kilo verpackt in schwarzer Folie zwischen den Bananen, in anderen Kisten aber auch zweistellige Kilomengen.

Video: Die Polizei informiert über den Fund

Zuletzt waren Anfang Januar 2014 insgesamt 140 Kilogramm Kokain in fünf Aldi-Filialen in Berlin und dem Umland entdeckt worden. Das Rauschgift hatte einen Marktwert von 6 Millionen Euro. Es war der größte Berliner Drogenfund seit Jahren und zugleich ein „absoluter Zufallsfund“, wie der LKA-Ermittler Olaf Schremm damals sagte.

Aldi-Mitarbeiter hatten das Kokain beim Auspacken von Bananenkartons aus Kolumbien entdeckt. Die Mitarbeiter hatten umgehend die Polizei informiert, die das Rauschgift sicherstellte.

Drogen waren für Großbritannien bestimmt

Die Schmuggler hatten nach Angaben der Behörden das Kokain per Schiff zunächst nach Hamburg transportiert - offensichtlich von Kolumbien aus. Laut Aufdruck stammten die zumindest die Bananenkisten dorther, in denen das Kokain gefunden wurde. Vermutlich war eine Panne in Hamburg schuld daran, dass das Kokain in den Bananenkisten an die Discounter ausgeliefert wurde.

Die Untersuchungen der Polizei ergaben, dass die Drogenlieferung damals eigentlich für Großbritannien bestimmt war. Weil der Bananenfrachter mit mehreren Tagen Verspätung aus Südamerika im niederländischen Rotterdam eingetroffen war, verblieb das Rauschgift in der Ladung. Später wurden die Früchte weiterverkauft und gelangten nach Bremerhaven. In demselben Hafen entdeckte das Bundeskriminalamt am 14. April in einem Bananencontainer aus Ecuador eine Lieferung von 120 Kilogramm Kokain.

Die Drogenkartelle nutzen häufig Frachttransporte von Lebensmitteln per Schiff, um große Drogenmengen etwa von Süd- und Mittelamerika nach Europa zu bringen. Meist holt ein Zwischenhändler die Ware in einem der großen Häfen etwa in Hamburg oder Rotterdam aus dem Überseecontainer. Hat ein Containerschiff aber Verspätung oder kommt sonst etwas dazwischen, kommen die Drogenhändler nicht an die Container und das Rauschgift landet an der falschen Stelle.

33 Kilogramm im Rohkaffee

Der letzte größere Kokainfund in Berlin liegt erst wenige Monate zurück: In einer Berliner Kaffeerösterei tauchten 33 Kilo der Droge auf. Mitarbeiter der Rösterei in Reinickendorf hatten einen Schüttcontainer entleert, als eine schwarze Sporttasche das Rohr verstopfte. Darin fanden die überraschten Mitarbeiter die Päckchen mit dem Rauschgift.

Ermittlungen ergaben, dass der Kaffee in Brasilien eingeschifft und in Bremerhaven entladen worden war.

Foto: Daniel Naupold / dpa