Digitale Hilfe

Czaja startet Berliner App für Babys und junge Mütter

Ärzte, Beratung, Finanzen: Eine neue Anwendung soll jungen Eltern das Leben erleichtern. Gesundheitssenator Mario Czaja hat die App „Baby-Berlin“ gestartet. Er spricht von einem Babyboom.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Schwanger – das ist die Nachricht, die das Leben von einem auf den anderen Tag auf den Kopf stellt. Vorher war meistens alles gut organisiert, strukturiert, alles hatte seinen Platz im Mikrokosmos von Arbeit, Freunden und Familie. Auf einmal ist alles anders. Ganz neue Fragen tauchen auf. Fragen nach der ärztlichen Versorgung, Beratungsstellen, Kursen und Nachbarschaftshäusern, aber auch nach der finanziellen Absicherung. Um darauf Antworten zu finden, mussten die werdenden Mütter bislang das Internet durchsuchen, andere Mütter fragen oder sich auf den Ämtern Rat holen. Jetzt wird ihr Start in den neuen Lebensabschnitt deutlich erleichtert. Am Mittwoch hat Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) die App „Baby-Berlin“ gestartet – eine App für die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt.

Czaja spricht von einem Babyboom in der Stadt. „Es werden mehr Babys geboren, als Menschen sterben“, so der Gesundheitssenator. Im Jahr 2013 kamen in Berlin 35.000 Babys auf die Welt. Zehn Jahre zuvor waren es nur 28.000. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Geburten noch einmal kräftig gestiegen, so Czaja. Parallel dazu würden Angebote und Literatur zum Thema Schwangerschaft ständig mehr werden. „Die neue App ‚Baby-Berlin‘ bündelt alle Angebote rund um die Geburt und wird damit vielen eine große Hilfe sein“, sagt Czaja.

Das Programm „Baby-Berlin“ bietet wichtige Informationen, Termine, Fristen und Adressen auf einen Blick – für jeden der zwölf Berliner Bezirke. Verschiedene Kategorien wie Gesundheit, Arbeit, Behörden und Finanzen erleichtern die Übersicht. Es ist kostenlos als Download im App-Store und für Android-Geräte bei Google Play erhältlich.

Einfach zu bedienen

Die App ist so aufgebaut, dass sie jeder bedienen kann. Nutzer wählen den Bezirk, in dem sie wohnen, und geben das ausgerechnete Geburtsdatum ein. Dann erfahren die werdenden Eltern die nächsten Schritte, die zu tun sind. Wie finde ich eine Hebamme? Wo kann das Kind auf die Welt kommen? Welcher Arzt kann mich betreuen? In der App sind zu diesen Themen alle Ansprechpartner, Kontakte, Adressen und Telefonnummern zusammengefasst.

Aber auch wenn das Kind auf der Welt ist, hört der Behördenmarathon nicht auf. Elterngeld, Kindergeld, Vaterschaftsanerkennung – mithilfe des Programms ist zu erfahren, wann was und wo zu beantragen ist und vor allem, welche Unterlagen dazu benötigt werden. Das erleichtert unnötiges Anstehen und Wiederkommen. Später gibt es Hinweise zur Beantragung des Betreuungsgeldes, des Kitagutscheins und zur Kitaplatzsuche. Um alle zu erledigenden Aufgaben im Blick zu behalten, bietet die App eine Checkliste an. Darauf können alle Termine abgehakt werden, sobald sie erledigt sind. Auf Wunsch werden die Nutzer auch rechtzeitig an bevorstehende Termine erinnert.

Die App wurde von dem Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg im Rahmen des Aktionsprogramm Gesundheit entwickelt und von der Senatsverwaltung für Gesundheit finanziert. „Für die App haben wir mit vielen Eltern gesprochen“, sagt Andrea Möllmann-Bardak von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit. Dabei sei immer wieder der Wunsch nach einheitlichen Informationen aufgetaucht. Auch Kriterien wie materielle Hilfen und existenzielle Absicherungen seien immer wieder genannt worden. Zwar gebe es gedrucktes Informationsmaterial, wie in Marzahn-Hellersdorf einen Fahrplan rund um die Geburt. Dennoch stünde jetzt mit der App ein modernes und unabhängiges Beratungsinstrument zur Verfügung, das auch in englischer, türkischer und russischer Sprache zu haben ist.

Mit der App alle erreichen

Fast alle jungen Menschen würden heute über ein Smartphone verfügen, sagt Gesundheitssenator Czaja. Deshalb sei eine App der einfachste und zugleich schnellste Weg, alle zu erreichen. Die App „Baby-Berlin“ biete genau den Zugang zu den Informationen, die junge Berliner bräuchten – unabhängig von ihrer sozialen Lage und ihren Möglichkeiten. Termine und Fristen könnten so auf ganz einfache Weise ohne Aufwand im Auge behalten werden und unterstützten junge Eltern beim neuen, noch ungewohnten Umgang mit dem Kind.

Der Gesundheitssenator, selbst Vater eines kleinen Kindes, kann sich noch gut an die Zeit vor und nach der Geburt erinnern. Alle alten Bücher seien aus dem Schrank verschwunden. Dafür hätten sie ein Vermögen für Fachliteratur rund ums Kind ausgegeben. Ja, er werde die App abonnieren, sagt er auf Nachfrage. Und: Nein, ein zweites Kind sei nicht unterwegs.

Weitere Informationen im Internet unter: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/app-rund-um-die-geburt

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.