Umstrittene Fahrt

Deutschland droht russischen „Nachtwölfen“ mit Einreiseverbot

Nun erwägt auch Deutschland, den „Nachtwölfen“ die Einreise zu verweigern. Man glaube nicht, dass die Fahrt dem Ziel diene, „einen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen zu leisten“.

Foto: Andrey Stenin / dpa

Die Bundesregierung droht dem russischen Motorradclub „Nachtwölfe“ mit einem Einreiseverbot nach Deutschland. Die Rocker hatten am Samstag eine Tour von Moskau nach Berlin zum Gedenken des 70. Jahrestages des Kriegsendes begonnen. „Wir glauben nicht, dass das dem Ziel dient, einen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen zu leisten“, erklärten das Auswärtige Amt und das Innenministerium.

Wenn Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland drohten, „haben wir das Recht und die Pflicht, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Risiken angemessen zu begegnen“, teilten die Ministerien mit. Das schließe die Möglichkeit, Ausländer an der Einreise zu hindern, ausdrücklich ein.

Club-Präsident Alexander Saldostanow sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass 20 Motorradfahrer versuchten wollten, bis zum 9. Mai Berlin zu erreichen. Die Rocker hätten Visa und würden einzeln die Grenze nach Polen überqueren, trotz eines Einreiseverbots. Die „Nachtwölfe“ sind am Sonnabend in Moskau zu ihrer Tour aufgebrochen. Der mit Kremlchef Wladimir Putin befreundete Präsident der „Nachtwölfe“ wies Vorwürfe zurück, dass diese eine Provokation sei.