Nach tödlichem Unfall

Sicherheitsexperte fordert Rettungstaucher für Osten Berlins

Als im Dezember vergangenen Jahres ein Auto in die Dahme stürzte, mussten die Feuerwehrtaucher aus Charlottenburg anrücken. Zu spät, die Insassen starben. Nun sollen Konsequenzen her.

Foto: Steffen Pletl

Bei einem Autounfall im Dezember des vergangenen Jahres sind vier junge Menschen mit ihrem Auto von der Langen Brücke in Köpenick in die Dahme gestürzt. Zwei von ihnen sind an den Folgen des Unfalls gestorben. Sie waren für 40 Minuten unter Wasser eingesperrt. Kritisiert wurde, dass die einzigen Feuerwehrtaucher am anderen Ende der Stadt, in Charlottenburg, stationiert sind. Mehr als vier Monate nach dem tödlichen Unfall hat sich daran noch immer nichts geändert.

Auf die Anfrage des SPD-Sicherheitsexperten im Abgeordnetenhaus, Tom Schreiber, antwortete die Senatsinnenverwaltung, dass der Senat derzeit die Einsatzkonzepte der Wasserrettung bei der Berliner Feuerwehr prüft, diese aber noch nicht abgeschlossen sei. Ein zweiter Standort für Rettungstaucher im Osten der Stadt ist offenbar weiterhin nicht geplant. Freunde der Todesopfer hatten in mehreren Petitionen gefordert, Rettungstaucher auch im wasserreichsten Bezirk, in Köpenick, zu stationieren.

„Nach mehr als vier Monaten Prüfung liegt noch immer kein Ergebnis vor, und die Stelle, wo das Auto in die Dahme gestürzt ist, ist immer noch nicht gesichert“, sagte Schreiber der Berliner Morgenpost. „Ich fordere eine schnelle Entscheidung des Senats.“ Als kurzfristige Übergangslösung schlägt Schreiber vor, die Feuerwehrtaucher zentral in Berlin zu stationieren. Das könne aber nur eine Lösung von kurzer Dauer sein. Als Perspektive müsse ein zweiter Standort für die Rettungstaucher im Osten eingerichtet werden. Der Südosten Berlins müsse sicherer werden, sagte er.

„Die Menschen haben Anspruch auf Sicherheit“

Hier könnten keine wirtschaftlichen Gründe angeführt werden, da es um den Schutz und die Rettung der Bevölkerung gehe. Der Sicherheitsexperte fordert eine genaue Auflistung der Kosten für den Aufbau eines zweiten Standortes für die Rettungstaucher. „Berlin wächst und die Menschen in der Stadt haben einen Anspruch auf mehr Sicherheit.“

Die Feuerwehrleute hatten im vergangenen Dezember vergeblich versucht, Fahrer und Beifahrerin aus dem Auto zu befreien. Das Auto war zu tief gesunken. Bis die Taucher aus dem 30 Kilometer entfernten Charlottenburg eingetroffen waren, verging viel Zeit.

Laut Senatsangaben waren vor 1990 zusätzlich in Mitte, Weißensee, Treptow und Köpenick Tauchgruppen stationiert. Nach der Wiedervereinigung wurden sie mit der Tauchgruppe der Berliner Feuerwehr zusammengeführt. Diese zweite Tauchgruppe war von 1990 bis ungefähr 1991 in Marzahn stationiert. Auf Betreiben des Rechnungshofes wurde sie aus wirtschaftlichen Gründen durch die Berliner Feuerwehr aufgelöst. So sollten Personalkosten gespart werden.