Kinder

Viele Berliner Spielplätze sind sanierungsbedürftig

In Berlin gibt es deutlich weniger Spielplätze als vorgesehen. Die Versorgung liegt nur bei rund 60 Prozent des gesetzlichen Richtwerts, so der Senat. In einem Bezirk ist sie besonders schlecht.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin hat deutlich weniger Spielplatzfläche als vorgesehen – und eine unbekannte Anzahl sanierungsbedürftiger Spielplätze. Nach Zahlen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung liegt die Versorgung mit etwa 2,2 Millionen Quadratmetern Spielplatzfläche nur bei rund 60 Prozent des gesetzlichen Richtwerts von einem Quadratmeter pro Einwohner. „Damit ist die derzeitige Versorgungssituation zwar nicht optimal, aber durchaus akzeptabel“, sagte ein Senatsverwaltungs-Sprecher am Sonnabend.

Wie viele der 1749 öffentlichen Kinderspielplätze der Hauptstadt wegen Schäden gesperrt werden müssen, erfasst der Senat nach eigenen Angaben nicht. Zudem plant die Prüfgesellschaft Dekra einem Sprecher zufolge in diesem Jahr keine Prüfung der Berliner Spielplätze. Einen Grund nannte er nicht. Zuletzt testete die Dekra im vergangenen April stichprobenartig Spielplätze in Berlin – und stellte dabei an 29 von 51 Geräten Mängel fest. Dazu gehörten morsche Balken, lose Geländer und hervorstehende Schrauben.

Bei den Prüfungen der Dekra gehe es weniger um Sicherheit als darum, Spielgeräte öffentlichkeitswirksam als gefährlich darzustellen, sagte ein Sprecher des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Bezirk lasse seine Spielplätze monatlich prüfen, sagte er.

Senat gibt 20 Millionen Euro für zwei Jahre

Der Senat stellt seit 2014 zwei Jahre lang mit dem „Sonderprogramm für die Sanierung von Kitas und Spielplätzen“ insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld wird nach prozentualem Kinderanteil auf die Bezirke verteilt. Charlottenburg-Wilmersdorf erneuert nach Angaben des Bezirkssprechers aus den Sondermitteln in diesem Jahr zwei Spielplätze. Im vergangenen Jahr seien es drei gewesen. In Friedrichshain-Kreuzberg hingegen wurden 2014 nach Angaben des Bezirksamts gleich 15 Spielplätze saniert.

Indes hat der Stadtteil Kreuzberg auch damit zu kämpfen, dass Drogendealer immer wieder Spielplätze als Verstecke ihrer Ware nutzen. Im März vergangenen Jahres fand ein Kind nach Informationen der Polizei Kokain auf einem Spielplatz im Görlitzer Park. Im vergangenen Dezember entdeckte die Polizei nach Hinweisen einer Anwohnerin rund 200 Heroinkügelchen im Sandkasten eines Spielplatzes an der Luckauer Straße.

In Friedrichshain hat sich Ende 2013 eine Bürgerinitiative im Samariterkiez als „Drachenretter“ eingesetzt. Sie sammelte nach eigenen Angaben mehr als 5000 Euro Spenden für das Spielplatzgerät, den Rest steuerte der Bezirk bei. Im November vergangenen Jahres wurde der neue Drache angeschafft.

Nach den aktuellsten Zahlen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte Marzahn-Hellersdorf Ende 2013 mit 43 Prozent die geringste Versorgung mit öffentlichen Spielflächen aller Berliner Bezirke. Umso schwerer wiegt ein Brand am vergangenen Wochenende auf einem Spielplatz am Lupinenfeld in Hellersdorf. Nach Angaben der Polizei wurde dabei ein Piratenschiff aus Holz erheblich beschädigt. Es bestehe der Verdacht auf Brandstiftung.