Heuschnupfen

Pollen-Alarm in Berlin – Jeder Fünfte ist betroffen

In diesem Frühjahr gibt es weniger Birkenpollen, doch die Belastung von Gräsern und Beifuß steigt. Heuschnupfen ist die häufigste chronische Erkrankung in Europa.

Foto: A3542 Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Rund 20 Prozent aller Berliner sind von Heuschnupfen betroffen – das ist jeder Fünfte. Es ist die häufigste chronische Erkrankung in Europa, die vor allem junge Menschen betrifft, teilte die Stiftung Deutsche Polleninformationsdienst (PID) am Mittwoch in Berlin mit.

Zudem haben die Experten auf Grundlage der Pollenflugdaten der vergangenen 14 Jahre Stiftung „Deutscher Polleninformationsdienst“ (PID) die voraussichtlichen Pollenflugzeiten für 2015 errechnet.

Da die Konzentration der Birke im vergangenen Jahr sehr hoch war – ganze 70 Prozent aller allergenen Pollen – werden diesmal weniger erwartet. 2014 war damit ein sogenanntes Mastjahr – ist es vorüber, nimmt die Pollenkonzentration gewöhnlich ab. Allergiker könnten daher in diesem Jahr mit schwächeren Symptomen rechnen.

Baumpollenallergien nehmen zu

Trotzdem sei die Tendenz einer Zunahme von Baumpollenallergien in der Bevölkerung steigend. Der PID warnte, dass trotz gegenteiliger Empfehlungen weiterhin Birken angepflanzt würden. Mit einer etwa gleich starken Belastung wie in den Vorjahren hätten Gräser- und Beifußallergiker zu rechnen: Die Pollen fliegen jeweils etwa bis Mitte September, hieß es. Bei der Birke könne es je nach Region sogar schon Ende Mai oder Mitte Juni vorbei sein. Kaum vorhersagen lasse sich der Flug von Ambrosia-Pollen, da sie von weit her kämen.

Wie stark und wann Allergiker die verschiedenen Pollen tatsächlich zu spüren bekommen, hängt von Feuchtigkeit, Temperatur und Wind ab. Aber auch der Standort innerhalb einer Stadt sei laut einer aktuellen Untersuchung in Berlin entscheidend: Ein Jahr lang haben Forscher 16 Pollenfallen in den Bezirken aufgestellt. Die Unterschiede zwischen Messstellen hätten je nach Pollenart bei bis zu 300 Prozent gelegen.