Berliner Bärin

Expertin sieht keinen Grund für Einschläferung von Schnute

Die Berliner Bärin Schnute hat die Lebenserwartung von Bären schon um 14 Jahre überlebt. Doch sie ist krank. Tierärztin Dörte Röhl widerspricht dem Ansinnen, das Tier einzuschläfern.

Foto: Steffen Pletl

Nur mühevoll bewegte sich Bärin Schnute auch am Dienstag durch ihren Auslaufbereich. Um ihre Zukunft ist ein Streit entfacht. Während Tierschützer Stefan Klippstein das Veterinäramt Mitte aufforderte, die Stadtbärin aus dem Gehege im Köllnischen Park aufgrund offensichtlicher Leiden einzuschläfern, sieht es eine Expertin anders. Tierärztin Dörte Röhl vom Deutschen Tierschutzbüro sagte der Berliner Morgenpost, sie sehe „keinen akuten Handlungsbedarf“. Sie habe auch mit dem Pfleger von Schnute Rücksprache gehalten.

Der Anblick des Tiers sei bedauernswert, betonte Röhl jedoch. Schnute weise unbehaarte Stellen auf, wechsele zudem saisonbedingt das Fell und leide sichtlich unter Arthrose. Der Grund: Schnute liege mit einem Alter von 34 Jahren gut 14 Jahre über der üblichen Lebenszeit eines Bären. Das Tier einzuschläfern, sei aber verfrüht. „In meinem Berufsalltag werden mir häufig Tiere vorgestellt, bei denen diese Entscheidung zu treffen ist.“

Schnute kann noch aufstehen und fressen

Handlungsbedarf bestehe erst bei Tieren, die nicht mehr allein aufstehen können oder tagelang nicht fressen und daher zu verhungern drohen. „Derartige Gründe liegen bei Schnute nicht vor“, so Tierärztin Röhl. Die für das Tier zuständigen Mitarbeiter im Bezirksamt Mitte waren am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.