Protestzug

Tausende demonstrieren in Berlin für Gleichberechtigung

Den Frauentag haben Tausende in Berlin genutzt, um für die Rechte von Frauen zu demonstrieren. Die Brandbreite der Teilnehmer war groß: von der Krankenschwester bis zur Antikapitalistin.

Zum Internationalen Frauentag haben in Berlin Tausende Menschen für Gleichberechtigung demonstriert. Dem Protestzug schlossen sich nach Angaben von Veranstaltern am Sonntag unter anderem Krankenschwestern, Antikapitalisten und Ältere an.

„Die Bandbreite der Demo war größer als erwartet“, sagte eine Sprecherin. Sie schätzte die Zahl der Teilnehmer auf mehr als 5000.

Die Organisatoren hatten im Vorfeld betont, es gehe nicht nur um Frauen, sondern um alle Menschen, die von patriarchalen Strukturen eingeschränkt würden.

>> Kommentar: Alles gut in Sachen Gleichberechtigung? Nein!

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, sagte anlässlich des Frauentags: „Der Weg zu mehr Gleichstellung zwischen Männern und Frauen ist lang und steinig.“ Sie begrüßte die Einführung einer Frauenquote, die der Bundestag am Freitag beschlossen hatte.

„Das nächste Ziel ist ein Entgeltgleichheitsgesetz“, meinte die Grünen-Politikerin. „Frauen sollen genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen.“

Prominente gegen Armut

In Berlin wurden zum Frauentag auch neue Kampagnen der Anti-Armut-Lobbyorganisation One von U2-Sänger Bono und der Organisation Terre des Femmes vorgestellt. Sie werben jeweils mit Prominenten wie Schauspielerin Maria Furtwängler oder TV-Moderator Johannes B. Kerner für die Stärkung von Frauen und Mädchen.

Am Sonnabend hatte sich bereits Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Rosenkavalier betätigt und zusammen mit Parteigenossen rote Rosen an Frauen verteilt.

Berliner Friseure schneiden Flüchtlingen kostenlos die Haare

Gelebte Willkommenskultur für Flüchtlinge: Zum Internationalen Frauentag haben Berliner Friseure vor allem weiblichen Flüchtlingen einen Haarschnitt geschenkt. Am Sonntag wuschen, schnitten und föhnten sie in einem Salon in der Charlottenburger Meinekestraße aber auch Männern die Haare.

Auf den Stühlen nahmen etwa Flüchtlinge aus Syrien, Albanien oder Pakistan Platz. Insgesamt seien 150 Menschen gekommen, sagte der flüchtlingspolitische Sprecher der Berliner Linke-Fraktion, Hakan Tas, der sich die Aktion ausgedacht hatte.

Er selbst und andere Politiker seiner Partei aus dem Abgeordnetenhaus und dem Bundestag halfen beim Haarewaschen. Auch die stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Ayse Demir, war dabei. Zuvor waren Gratis-Coupons in verschiedenen Flüchtlingsheimen der Hauptstadt verteilt worden.

Als nächstes plant Tas Fußball-Aktionen für Jugendliche, etwa regelmäßige Trainings und ein Turnier im Sommer. „Die Menschen müssen auf andere Gedanken kommen und am Leben der Gesellschaft teilhaben“, sagte er.