Infektionen

Nach den Masern jetzt auch noch Windpocken in Berlin

Die Zahl der Windpocken-Infektionen ist 2015 in Berlin stark angestiegen. Insgesamt gibt es bereits 240 Fälle. Auch die Masern ebben noch nicht ab.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

In Berlin erkranken immer mehr Menschen an Windpocken. In diesem Jahr habe es bereits 240 Fälle gegeben, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit am Mittwoch in Berlin. Allein in der vergangenen Woche registrierten Ärzte 22 Neuinfektionen.

Bereits 2014 hatte es den Angaben zufolge einen deutlichen Anstieg gegeben. Die Zahl der Erkrankungen habe sich innerhalb eines Jahres auf 1577 verdreifacht. Als Grund nannte die Sprecherin die Impfmüdigkeit. Viele wüssten nicht, wie gefährlich Windpocken sein könnten. Die Krankheit kann zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen führen. Zuletzt waren auch die Fälle von Masern-Erkrankungen stark gestiegen. Dadurch war auch eine Debatte über eine mögliche Impfpflicht entstanden.

Grippewelle richtet Milliardenschäden an

Wegen der aktuellen Grippewelle könnte nach Berechnungen von Wirtschaftsforschern ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von bis zu 2,2 Milliarden Euro entstehen. Als Folge der vielen Krankheitsfälle könne das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent zurückgehen, sagte Konjunkturexperte Torsten Schmidt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) am Mittwoch.

Dabei sei man davon ausgegangen, dass 20 Prozent der Bevölkerung erkranken, sagte Schmidt. Die Forscher hätten eine durchschnittliche Fehlzeit von jeweils fünf Tagen pro Beschäftigten angenommen. Bei der letzten großen Grippewelle 2012/2013 habe die Quote der Erkrankten bei 25 Prozent gelegen.

Durch die aktuellen Berechnungen müsse die Konjunkturprognose des Instituts jedoch nicht korrigiert werden, meinte Schmidt. Das RWI war zuletzt für 2015 von einem erwarteten BIP-Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen. Mit einer flächendeckenden Impfung der Bevölkerung ließe sich jedoch mehr als die Hälfte des errechneten volkswirtschaftlichen Schadens vermeiden, meinte Schmidt.