Tierpark

Berliner Tigerbaby Alisha tigert schon im Gehege herum

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Sabine Gundlach

Foto: Tierpark Berlin

Das Tigerbaby, das im Tierpark mit der Flasche aufgezogen wird, kommt langsam auf den Geschmack: Neben Ersatzmilch wird es auch schon mit püriertem Rindfleisch gefüttert. Und es wächst und gedeiht.

Sie ist noch etwas tapsig auf den Beinen, aber das wird schon. „Alisha wird täglich stabiler und aktiver“, sagt die Sprecherin des Berliner Zoos, Christiane Reiss, über die Entwicklung des Tigerbabys im Tierpark Friedrichsfelde. Dort kam das Jungtier am 10. Dezember 2014 zur Welt und wird seit Weihnachten von einem Tierpfleger-Team mit der Flasche aufgezogen. Der Grund: Die Mutter des weiblichen Jungtiers hatte zu wenig Milch. Zwei der als Drillingswurf von Mutter Aurora zur Welt gebrachten Tigerbabys starben wenige Tage nach der Geburt, Alisha überlebte.

Unterdessen wird das Tigerbaby dreimal täglich mit je 300 Milliliter Ersatzmilch gefüttert. „Mittlerweile geben wir auch püriertes Rindfleisch dazu“, sagt Reiss der Berliner Morgenpost. Die gute Fütterung zeigt erste Wirkung: Das anfangs eher schwache Amurtiger-Jungtier brachte am Montag bereits 6260 Gramm auf die Waage. „Ein ausgewachsenes Weibchen kann bis zu 130 Kilogramm wiegen, ein männlicher Tiger bringt bis zu 200 Kilogramm auf die Waage“, erläutert Zoo-Sprecherin Christiane Reiss.

Öffentliche Fütterung

Die Fütterung zur Mittagszeit zwischen 12 und 13 Uhr im Alfred-Brehm-Haus ist seit vergangenem Wochenende öffentlich. „Wir empfehlen interessierten, Besuchern auch mal unter der Woche vorbeizuschauen, da es am Wochenende angesichts des überschaubaren Platzes vor dem Tigergehege schon recht voll werden kann“, sagt Christiane Reiss. Kommende Woche soll die Zeit der öffentlichen Fütterung bereits auf zwei Stunden ausgedehnt werden und dann von 12 bis 14 Uhr dauern. „Momentan braucht das Jungtier noch sehr viel Ruhe und schläft zwei Drittel des Tages“, berichtet die Zoo-Sprecherin. Nach der öffentlichen Fütterung kommt Alisha in die Aufzuchtbox. Dort hat das Tigerbaby dann seine Ruhe.

Der Tierpark in Berlin hat eine lange Tradition in der Erhaltungszucht von Sibirischen Tigern. Bereits 1969 gab es die erste Geburt im Tierpark. Alisha ist das 130. geborene Jungtier bei dieser bedrohten Tigerart. Der Tierpark Berlin unterstützt auch den Schutz von frei lebenden Tigern in Indonesien. Aktuell hilft der Tierpark Berlin in der Provinz Jambi auf Sumatra eine Rettungsstation für verletzte wilde Sumatratiger aufzubauen.

Europaweit die einzige Handaufzucht

Das Team des Berliner Tierparks hofft, dass sich Alisha weiterhin so gut entwickelt. Je nach Möglichkeit wird das Tierpark-Team versuchen, Alisha in ihre Tigerfamilie zu integrieren. Leider gibt es derzeit keine andere Handaufzucht bei Amur- oder Sumatratigern europaweit in Zoos und Tierparks, mit denen Alisha zusammengebracht werden könnte. Im Tierpark Berlin leben acht Tiger in drei Unterarten: zwei Hinterindische Tiger, drei Sumatratiger und mit dem Jungtier drei Amurtiger.