Silvester 2014

Willkommen 2015 - So feierte Berlin ins neue Jahr

Mit Jubel und einem riesigen Feuerwerk über dem Brandenburger Tor hat Berlin das Jahr 2015 begrüßt. Hunderttausende feierten auf der größten Silvesterparty des Landes. Die Nacht im Minutenprotokoll.

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Am Ende muss selbst David Hasselhoff noch mehrere Hundert Kilometer im Auto zurücklegen. Bevor der 62-Jährige am Brandenburger Tor zu Silvester „Looking for Freedom“ singen kann, nimmt er einen Umweg. Seine Maschine aus London ist ungeplant in Hannover gelandet, im Wagen schafft es „The Hoff“ gerade noch rechtzeitig. „Prost Neujahr“, ruft er schon einmal wenige Minuten vor Mitternacht.

Mit ihm feiern Hunderttausende vor dem Wahrzeichen Berlins ins Neue Jahr. Viele sind dafür quer durch das Land gereist, sie kommen aus Augsburg oder dem Ruhrgebiet. „Wir sind schon seit 5.30 Uhr wach“, meint ein junger Typ mit Pandamütze auf dem Kopf. Mit seinen Kumpels ist er frühmorgens aus Aschaffenburg gekommen. Berlin als Hauptstadt, sagt er, „muss man mal mitnehmen“.

Die Silvesterbilder vom Brandenburger Tor gehen mittlerweile um die Welt. Neben Hasselhoff treten Tokio Hotel, Howard Carpendale und Roland Kaiser auf („Kaiser-Mania“, wie ZDF-Moderator Alexander Mazza meint). Auf der fast zwei Kilometer langen Festmeile sprechen Besucher Englisch, Japanisch, Spanisch. „Wir haben immer und immer wieder von der Party hier gehört“, erzählt Maisa (30) aus Israel.

„Es gibt auch ein paar echte Berliner hier“

Vier ältere Damen schlendern über das Gelände, ihre beleuchteten Brillen blinken fast so stark wie die Animationen auf den Videoleinwänden. Sie kommen alle aus Berlin. „Gibt auch ein paar echte Berliner hier“, sagt eine von ihnen. Sie setzt ein Lächeln auf. Denn viele Bewohner der Hauptstadt machen einen Bogen um die große Party.

Einige verkriechen sich zu Hause oder in einem Szenekiez zwischen Kreuzberg und Neukölln, wo Böller durch die Luft fliegen und Elektromusik aufgelegt wird. Auf Facebook kursiert ein Spruch, den Berliner angeblich niemals sagen würden: „Warst du auch gestern am Brandenburger Tor feiern?„ – “Ja, war sehr geil!“

„Die Berliner können ruhig daheim Raclette machen“

Von der Skepsis hat auch Christian aus Recklinghausen schon gehört. „Aber ich komme trotzdem hierher und lasse mich davon nicht beeinflussen“, erzählt der 27-Jährige, der über seine Mütze zwei goldene Partyhüte gezogen hat. Sicher ist sicher. Die Berliner, sagt er, könnten ruhig daheim „Raclette machen und sich langweilen“. Das habe er auch mal versucht, aber darauf habe er keine Lust mehr.

Stattdessen ist er das zehnte Mal zur Neujahrsfeier ans Brandenburger Tor gekommen. Man darf keine Böller und keine Getränke mitbringen, die Tore machen vorzeitig dicht. Aber etwas muss das Event haben. Das Programm vielleicht? Um Mitternacht spielt Stargeiger David Garrett, Mezzosopranistin Katherine Jenkins singt Beethovens „Ode an die Freude“. Dazu erhellen rund 6000 Raketen minutenlang den Nachthimmel. Ein Goldregen über Berlin.

Hasselhopf kickt, Hasselhoff springt

Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall darf dann auch Hasselhoff endlich „Looking for Freedom“ singen. In Lederjacke springt er über die Bühne, der Popveteran kickt mit einem Bein in die Luft. Hasselhoff hüpft, die Menge hüpft, Menschen umarmen sich. Genau genommen haben sie das alte Jahr da schon hinter sich gelassen. Looking for 2015? Herzlich Willkommen im neuen Jahr!

Weltweit begrüßten Millionen Menschen 2015. Überschattet wurden die Feiern jedoch von einer Tragödie in der chinesischen Metropole Shanghai. Bei einer Massenpanik kamen 35 Menschen ums Leben, 42 weitere wurden verletzt. Das Unglück passierte auf dem Bund, der berühmten Uferpromenade. Angeblich wurden aus einem der Clubs Geldscheine in die Menge geworfen. Ob es sich dabei um echtes Geld handelte, ist bislang unklar.

Um 11.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) hatten die Einwohner Samoas und der Linie-Inseln im Pazifik als erste den Beginn des Jahres 2015 gefeiert. Dann knallten in Neuseeland, Australien riesige Feuerwerke am Himmel, bevor auch in Singapur, Malaysia und Russland das Jahr 2015 begann.

Dorf in Spanien feiert früher

Ein Dorf in Spanien zog den Beginn des neuen Jahres um zwölf Stunden vor. Etwa 50 Bewohner und Besucher von Villar de Corneja feierten den Jahreswechsel am Mittwoch schon um 12.00 Uhr mittags. Der Grund: das sehr hohe Durchschnittsalter der Dorfbewohner, das bei 75 Jahren liegt. Der spanischen Silvester-Tradition folgend versammelten sich Bewohner und Besucher auf dem Hauptplatz des Dorfes und verspeisten zu jedem Glockenschlag des Rathausturmes eine Weintraube.

In der australischen Metropole Sydney waren um Mitternacht (14.00 Uhr MEZ) mehr als eine Million Menschen live dabei, als das Riesenfeuerwerk vor der malerischen Kulisse an Oper und Hafenbecken gezündet wurde. Touristen und Anwohner hatten sich bereits Tage zuvor Plätze für das Spektakel gesichert. Zum ersten Mal durften Feiernde keine alkoholischen Getränke zu den öffentlichen Plätzen mitbringen. Der Verkauf von Alkohol war nur an einigen Ständen erlaubt.

Hauptstraße in Moskau wird Tanzfläche

Bei Tanzmusik und einem bunten Feuerwerk über dem weltberühmten Kreml begrüßten Tausende Moskauer das neue Jahr. Die Stadtverwaltung machte die Hauptstraße der Millionenmetropole, die Twerskaja Uliza, in der Silvesternacht zu einer riesigen Tanzfläche. Showbühnen, Musik verschiedenster Stilrichtungen und professionelle Tänzer animierten die Menschen zum Feiern. Auf dem Roten Platz läuteten Glocken das neue Jahr ein.

Gleich 16 Mal können die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS auf das neue Jahr anstoßen. Mit einer Geschwindigkeit von gut acht Kilometern pro Sekunde überquere die ISS in der Silvesternacht insgesamt 16 Zeitzonen, berichtete die russische Staatszeitung „Rossijskaja Gaseta“. Da Alkohol auf der ISS verboten ist, stößt die Besatzung mit Saft an.

Als letztes wird das neue Jahr auf Hawaii begrüßt. Dort heißt es erst um 11.00 Uhr MEZ am Donnerstag: Happy New Year. Damit gehört auch US-Präsident Barack Obama zu den letzten, die anstoßen. Er macht auf der Inselgruppe im Pazifik zurzeit Urlaub.