Ehrung

Diepgen und Momper sind nun Berlins Stadtälteste

Am Montag zeichnete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verdiente Berliner mit dem Ehrentitel aus. Dazu gehören die beiden Ex-Regierenden Eberhard Diepgen und Walter Momper.

Foto: DAVIDS/Darmer / DAVIDS

Die ersten Geehrten arbeiteten noch ohne Gehalt für Berlin. Die beiden ehrenamtlichen Stadträte Carl Christoph Natorp und Johann Ernst Meinhoff wurden 1820 als erste Bürger mit dem Titel „Berliner Stadtälteste“ gewürdigt. Am Montag zeichnete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) weitere verdiente Berliner mit dem Ehrentitel aus.

Stadtältester darf sich jetzt Eberhard Diepgen (CDU) nennen, der langjährige Regierende Bürgermeister der 80er- und 90er-Jahre. Das politisch Pikante: Wowereit hatte 2001 die Koalition von CDU und SPD beendet und war anschließend als Diepgen-Nachfolger ins Rote Rathaus eingezogen. Der amtierende CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf sagte: „Eberhard Diepgen war es, der sich vor der Wiedervereinigung niemals mit der menschenverachtenden Mauer abgefunden und nach der Wiedervereinigung für ein schnelles Zusammenwachsen beider Stadthälften eingesetzt hatte.“

Wowereit ernannte auch seinen Parteifreund und Vorvorgänger im Amt des Regierenden Bürgermeisters, Walter Momper zum Stadtältesten. Der Sozialdemokrat amtierte über die Periode des Mauerfalls an der Spitze des Senats, war dann aber noch zehn Jahre bis 2011 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Zwei Ex-Senatorinnen zeichnete Wowereit ebenfalls aus. Ingeborg Junge-Reyer bestimmte von 2004 bis 2011 als Senatorin für Stadtentwicklung und Bürgermeisterin die Geschicke der Stadt mit. Die zweite Sozialdemokratin unter den Stadtältesten ist Karin Schubert, die in der ersten rot-roten Legislaturperiode von 2001 bis 2006 das Justizressort führte.

Als Bezirkspolitiker kommt Konrad Birkholz in den Genuss der Stadtältestenwürde. Als „Dorfschulze“ bezeichnete sich der langjährige Bürgermeister von Spandau gern. 16 Dienstjahre an der Spitze der Havelstadt machen den Christdemokraten zum dienstältesten Bezirksbürgermeister der Stadt. Birkholz war bis 2011 im Amt.

Stadtältester kann werden, wer sich mindestens 20 Jahre lang in Wahl- oder Ehrenämtern politisch in Berlin engagiert hat und älter als 65 Jahre ist. Die Geehrten bekommen unter anderem kostenlos Jahreskarten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Der Einsatz für Gesellschaft und Gemeinwohl sei eine oft mühsame Arbeit, die Beharrlichkeit und Geduld fordert, sagte Wowereit. „Dafür stehen auch die Lebenswege unserer neuen Stadtältesten, denen Berlin mit dieser Ehrung seinen Dank ausspricht“, so der scheidende Senatschef.